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Stadtrat & Verwaltung

Hier schreibt der Oberbürgermeister

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich hoffe, Sie sind gut in das neue Jahr „gerutscht“? Ich wünsche Ihnen an dieser Stelle ein erfolgreiches 2012 und drücke Ihnen die Daumen, dass Sie Ihre Wünsche und Vorsätze umsetzen. Wichtig ist, dass Sie am Ende des Jahres für sich selbst eine positive Bilanz ziehen können.

Jetzt nach den besinnlichen Stunden zu Weihnachten und Jahreswechsel geht es mit neuer Kraft an die künftigen Aufgaben. In den kommenden zwölf Monaten stehen wichtige Entscheidungen auf dem Plan.

Eines der wichtigsten Themen, die sich der Stadt Weißenfels stellen, sind die Auswirkungen der prognostizierten demografischen Entwicklung. Hier ist dem Burgenlandkreis ein
Bevölkerungsschwund von circa 20 Prozent von 2008 bis 2025 vorausgesagt.

Ich bin mir der Problematik bewusst. Diese Perspektive hat Auswirkungen auf die Bedarfsplanungen von Wohn- und Industriegebieten und auch auf die von Kindertagesstätten und Grundschulen. Die Kinder, die in der Wendezeit nicht geboren wurden, fehlen natürlich heute. Nicht nur als Fachkräfte, auch als Eltern. Daher müssen wir uns der Situation stellen und die nötige Verantwortung übernehmen. Und doch sind regionale Unterschiede im Burgenlandkreis zu erwarten. Manche Gemeinde wird davon deutlich stärker betroffen sein als unser großes Weißenfels.

Vielleicht fragen Sie sich, woher ich diesen Optimismus beziehe? Da ist einmal Weißenfels als ein starker und weiter wachsender Wirtschaftsstandort. Hier gibt es gesicherte Arbeitsplätze und damit auch ausreichende Perspektiven. Unsere Unternehmen investieren auch weiterhin in die Region Weißenfels.
Nehmen wir zum Beispiel die Firma Tönnies. Hier sind Planungen für die eigene Ab- wasserbehandlung, die Verlegung des Versandes von der Straße auf die Schiene oder aktuell die Tiefkühlverarbeitung geplant. Oder die Firma Schüco, die ihre Kunststoffproduktion in Weißenfels konzentriert, die Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH, die Argenta Schokoladenmanufaktur, Lieken Brot- und Backwaren GmbH - vielerorts rege Investitionen, die vorhandene Arbeitsplätze sichern und neue schaffen. Dabei ist die Stärke unserer Stadt vor allem der große Branchenmix. Und der reicht neben den bisher genannten Firmen auch vom Bundeswehrstandort bis zu den großen Industrieunternehmen. TOTAL Raffinerie und InfraLeuna investieren heute bereits  Millionen, um zukünftige Verfahren der Braunkohlenveredelung zu erforschen.

Diese gesicherten beruflichen Perspektiven werden zwar nicht die Defizite der geburtenschwachen Jahrgänge ausgleichen können, sie geben Weißenfels aber die Möglichkeit, junge Leute in unsere Stadt zu „ziehen“. Dies wird die spannendste Aufgabe der nächsten Jahre. Gerade weil ich mir die Brisanz dieser Aufgabe bewusst bin, habe ich sie als Motto unseres Neujahresempfanges gesetzt.

Und noch ein Fakt sollte uns optimistisch stimmen. Die Entwicklung des Industriegebietes an der Autobahn 9. Die Planungen dafür sind auf den Weg gebracht, wenn auch gemäß deutschem Planungsrecht recht langwierig.Weiterhin wird es auch 2012 sichtbare Fortschritte im Stadt- und Ortschaftsbild geben. Deutliche Verbesserungen werden in der Kernstadt konkret in der Dammstraße, der Promenade  oder in der Marienstraße zu sehen sein. In den Ortsteilen stehen vor allem die Fertigstellung des Gymnasiums in Großkorbetha oder notwendige Investitionen in der Adam-Ries-Grundschule in Uichteritz auf der Tagesordnung.
Vielleicht nicht so sichtbar, aber für die Entwicklung unserer Unternehmen eminent wichtig: Wir wollen noch im Jahr 2012 mit dem Ausbau des Klärwerkes beginnen und natürlich wie versprochen in die Erneuerung/den Neubau des Schwimmbades einsteigen.

Und ein letzter Aspekt zu weiterem Optimismus: Dank der Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt und einer Teilentschuldung durch das Programm „STARK II“ konnten wir noch in 2011 einen ersten Kredit umschulden. Ca. 3,5 Millionen Euro Schulden werden nun durch ein zinsverbilligtes Darlehen über 2,5 Millionen Euro und einen gleichzeitigem Schuldenerlass von einer Million Euro abgelöst.

Abschließend noch ein Hinweis auf den Monat Februar. In einer Extraausgabe unseres Amtsblattes wollen wir ein kurzes Resümee des Jahres „1“ nach der Gemeindegebietsreform ziehen. Wohl wissend, dass es immer eine regionale Sicht aus den Ortsteilen gibt, möchte ich Ihnen zeigen, was geleistet wurde, Ihnen wichtige Investitionen in unserer neuen großen Stadt vorstellen.

In diesem Zusammenhang lassen Sie mich bitte auch sagen, dass eine noch stärkere Integration der Ortsräte eine der wichtigsten Zielstellungen für meine politische Arbeit ist. Ich schätze sie als gute Partner und werde auch in diesem Jahr erneut das Gespräch mit allen suchen.

Sie sehen schon, viele große Aufgaben stehen 2012 an. Wichtig ist und bleibt nach wie vor, dass wir alle bei deren Verwirklichung an einem Strang ziehen. Denn nur gemeinsam können wir unsere Stadt vorwärts bringen. Schritt für Schritt, von Großkorbetha bis Leißling.

Und apropos „Schritt“: Eine Verbesserung werden Sie im Aussehen dieses Amtsblattes erkennen. Auch im Innenteil können Sie sich ab sofort an einer farbigen Gestaltung erfreuen. Somit kommen dann die von Ihnen eingereichten Bilder und Grafiken besser zu Geltung.

Alles Gute in 2012!

Herzlichst
Ihr Robby Risch
Oberbürgermeister