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Stadtarchiv



Postanschrift:

Stadt Weißenfels
PF 1251 u. 1261
06652 Weißenfels
Sitz Stadtarchiv:

Stadtarchiv Weißenfels
Große Burgstraße 22 (nur über die Schlosstreppen zu erreichen)
06667 Weißenfels

stadtarchiv@weissenfels.de

03443 / 30 25 48

03443 / 33 75 68

Sprechzeiten:
Montag 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 15.30 Uhr
Dienstag 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 17.00 Uhr
Mittwoch geschlossen
Donnerstag 09.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 15.30 Uhr
Freitag 09.00 bis 12.00 Uhr



10 Jahre Stadtarchiv im Hinteren Geleitshaus

Vor fast genau 10 Jahren nahm das Weißenfelser Stadtarchiv seine Arbeit im an der Schlosstreppe gelegenen Hinteren Geleitshaus auf. Doch bis zur Unterbringung im neuen Gebäude war es ein langer und nicht einfacher Weg. Erinnert sei daher an die Gegebenheiten im ehemaligen Archiv, das bis November 1993 in den Räumen der jetzigen Gustav-Adolf-Gedenkstätte beheimatet war. Archivarin und Archivbenutzer teilten sich ein winziges dunkles Büro, um der Forschung nachzugehen. Der Kachelofen musste im Winter von eigener Hand beheizt werden, Zimmertemperaturen im Minusbereich waren nach dem Jahreswechsel möglich. Der Zustand der Archivalien verschlimmerte sich zusehends, da die Magazinräume starken Temperaturschwankungen und einer zu hohen Luftfeuchtigkeit unterworfen waren. Schimmelpilzbefall und Zersetzung der Papiere waren die Folgen.
Auch die nächsten Jahre stellten eher eine Interimslösung dar. Der plötzlich vonstatten gehende Umzug mit nur einem kleinen Teil des Aktenbestandes und der Handbibliothek in das Heinrich-Schütz-Haus konnte niemanden befriedigen. Der größte Teil der Akten, das Zeitungsarchiv ab 1813, die Archivbibliothek, Urkunden und Pläne wurden im Museum zwischengelagert. Um den laufenden Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten, mussten die Archivalien jedes Mal vom Schloss geholt und auch wieder dorthin transportiert werden. Die Archivbenutzer saßen während ihrer Recherchen in der Küche des Schütz-Hauses.
Im November 1996 begann endlich der Umzug des Stadtarchivs in das heutige Domizil. Nach Wochen des Räumens wurde Anfang Januar 1997 die erste Benutzerin im sanierten Haus begrüßt, das einst Amtsstuben des alten Amtsgerichtes beherbergte. Endlich konnten auch unsere Archivbesucher in aller Ruhe im neu entstandenen Benutzerraum recherchieren, bei Bedarf Kopien anfertigen lassen oder am Reader-Printer mikroverfilmte Archivalien lesen und ausdrucken.
Im Erdgeschoss befinden sich die Magazinräume, die das komplette Archivgut aufnahmen. Verpackt in entsprechende Kartonagen, lagern um die 20.000 Akten aus fünf Jahrhunderten in Regalen sowie der Fahrschrankanlage. Luftentfeuchter unterstützen die gleichmäßige Luftfeuchte, um das Archivgut nicht dem Schimmelpilzbefall auszusetzen. Die Mikrofilme werden in speziellen Kühlschränken aufbewahrt, um ihnen eine lange Lebensdauer zu garantieren. Inzwischen wurde auch mit der Gamma-Bestrahlung des Archivgutes begonnen. Bei diesem Verfahren werden bereits vorhandene Schimmelpilzsporen abgetötet, so dass sie sich nicht innerhalb der Archivalien ausbreiten können.
Die Computertechnik fand erst im Jahr 2000 ihren Einzug in den täglichen Arbeitsprozess. Die Übernahme der vorhandenen Karteien und Findbücher in den PC erleichtert die Sucharbeit zu schriftlichen und mündlichen Anfragen erheblich. Allerdings dauerte es ca. 4 Jahre, bis der größte Teil der Daten eingespeichert war.
Mitte 2003 übernahm das Stadtarchiv die umfangreichen Sammlungen des Fotoarchivs, das bis dahin ebenfalls im Heinrich-Schütz-Haus untergebracht war. 17.000 Fotos und Postkarten und mehrere hundert Dias zeigen Weißenfels und Umgebung vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute.
Durch öffentliche Führungen, insbesondere am „Tag der offenen Tür“ im September 2004, an dem mehr als 300 Interessierte den Weg hierher fanden, oder der CD-Ausgabe einer Chronik vom Anfang des 18. Jahrhunderts gewann das Archiv an Bekanntheit und Außenwirkung. Die Zahl der Direktbenutzungen im Stadtarchiv stieg folglich an und im Laufe der letzten 10 Jahre konnten knapp 2.500 Benutzungen mit meist lokalhistorischem oder wissenschaftlichem Hintergrund registriert werden. Dazu kommen täglich schriftliche Anfragen aus Deutschland oder dem Ausland – seit ein paar Jahren ist das auch per E-Mail möglich.




Funktion und Nutzungsmodalitäten

Das Archiv als Gedächtnis der Stadt bewahrt Unterlagen und Dokumente zur Stadt- und Verwaltungsgeschichte auf, die vereinzelt bis in den Ausgang des 15. Jahrhunderts zurückreichen. Die Archivalien stehen den Benutzern zu Einsichtnahme und Forschungszwecken zur Verfügung. Eine Terminabsprache, insbesondere bei umfangreichen Recherchen, ist erforderlich. Kopien werden nur begrenzt und nach Absprache mit der Archivarin angefertigt. Den Besuchern unseres Archivs steht für mikroverfilmte Unterlagen ein Reader-Printer zur Verfügung. Bilddokumente können über einen Scanner bearbeitet werden. Die Archivalien sind durch verschiedene Findhilfsmittel erschlossen, die Findbücher werden dem Benutzer vorgelegt.


Die Bestände des Stadtarchivs

  • Urkunden aus dem 16. – 19. Jahrhundert. Sie beinhalten vorwiegend städtische Privilegien und Freiheiten, Innungsangelegenheiten, Grundstückssachen sowie das Finanz- und Schuldenwesen.
  • Akten aus dem 15. – 20. Jahrhundert, vor allem Rats- und Magistratsakten, Stadtrechnungen, Stadtstatuten, Akten zu Innungs-, Gewerbe- und Polizeisachen und Vereinsangelegenheiten. Die Akten der DDR-Zeit sind ab 1970 unvollkommen überliefert
  • Karten und Pläne der Stadt Weißenfels und der näheren Umgebung (nur unvollständig verzeichnet)
  • Die über 4000 Bilddokumente zählende Fotosammlung wurde erst im Juli 2003 in das Stadtarchiv eingegliedert. Der derzeitige Stand der Verzeichnungsarbeiten erlaubt noch keine umfassende Nutzung.
  • Die Zeitungsbestände datieren mit der ersten Ausgabe einer Lokalzeitung ab dem Jahr 1813. Sie vereinen vom „Wochen- und Intelligenzblatt“ bis hin zur heutigen „Mitteldeutschen Zeitung“ sämtliche in der Stadt erschienene und erscheinende Zeitungen. Komplettiert wird diese Sammlung unter anderem durch die Betriebszeitung des Schuhkombinates „Banner des Friedens“ und durch nach 1990 herausgegebene Mitteilungsblätter und Zeitschriften wie das „Weißenfelser Amtsblatt“, den „Wochenspiegel“ und die „Neue Presse“.
  • Verschiedene Sammlungen, z.B. zur Stadtgeschichte, zu Persönlichkeiten der Weißenfelser Vergangenheit und Gegenwart und die Plakat- und Handzettelsammlung.
  • Teilnachlässe von Dr. Adolph Schmiedecke, Prof. Erne Maier, Ingenieur Ernst Pöhler u.a.
  • Ergänzend können Benutzer mit der Archivbibliothek arbeiten, die vorrangig Titel zur Lokal- und Regionalgeschichte enthält.
    Archivgut wie Akten und Unterlagen zum Schlossbau, zur Sekundogenitur Sachsen-Weißenfels und zur historischen Bausubstanz der Stadt befinden sich nicht im Stadtarchiv.

Besonderheiten

Das Stadtarchiv Weißenfels befindet sich seit 1997 im sanierten sog. Hinteren Geleitshaus. Es ist nur über die die Stadt mit dem Schlosskomplex verbindende Schlosstreppe zu erreichen, eine direkte Anfahrt zum Gebäude sowie Parken vor dem Gebäude sind leider nicht möglich.