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Internationale Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010
IBA Thema Weißenfels GRÜN-DER-ZEIT

 
IBA Projekt Neustadtpark - Neue Wiesen Stadt Weißenfels

Gestaltung des Parks in den Jahren 2007 und 2008, Aufteilung in Baumaßnahme 2007 und 2008 - erarbeitet von Schwarzenberger & Weißenborn, Landschaftsarchitektur Halle

 Erläuterungen zum Entwurf (Aktueller Stand vom 18.04.2007)

Ausgehend von unserem Konzept zur 4. Neustadtwerkstatt sowie der Entscheidung des Begleitgremiums und der geäußerten Präzisierungswünsche haben wir das Gestaltungskonzept für den Neustadtpark in Zusammenarbeit mit der Stadt Weißenfels modifiziert, verfeinert und weiter ausgearbeitet, so dass nun der Entwurf für die zu realisierenden Bauabschnitte vorliegt.

01_Veränderung der Bauabschnitte und der Zeitschiene

Die vom Weißenfelser Stadtrat in der Sitzung am 09.11.2006 beschlossene Aufteilung der angestrebten Maßnahmen in 4 Bauschnitte wurde im Laufe der weiteren Bearbeitung verändert und nun in zwei Baumaßnahmen eingeteilt, die in den Jahren 2007 und 2008 ausgeführt werden sollen.
Ausschlaggebende Gründe für diese Entscheidung waren:

Da eine zeitliche Einordnung der Ausführung der ehemaligen Bauabschnitte nicht konkret vorgenommen werden konnte, stellte sich bei dem bisher beauftragten BA2 das Problem, dass später notwendige Wegeführungen noch nicht hätten gebaut werden können. So hätte man sich eventuell für unbestimmte Zeit mit einem Provisorium begnügen müssen, das in den vorgesehenen Kosten für BA 2 nicht eingestellt war.

Bei der Zusammenfassung von funktional notwendigen und zusammengehörigen Bereichen kann der Parkteil insgesamt schneller und mit weniger Aufwand erstellt werden.

Die Betrachtung der zu gestalteten Flächen wurde um den Bereich E-Werk-Umfeld erweitert (diese waren zuerst nicht Bestandteil des Konzeptes).

Die Flächen nördlich der Wegeachse und des E-Werks fallen aus der derzeitigen Betrachtung (konkrete Baumaßnahme) heraus, so mussten die BA neu geordnet werden.

Die Ausführung in zu vielen Bauabschnitten macht wenig Sinn, da bis zum IBA-Projektabschluss 2010 vorzeigbare Ergebnisse vorhanden sein sollen und somit nur noch knapp drei Jahre zur Verfügung stehen.

Wir erreichen durch die Neuordnung der Bauabschnitte und der damit verbundenen Bauzeiten in kürzerer Zeit einen funktional sinnvoll gestalteten Bereich in der Weißenfelser Neustadt mit einer durchgehenden Wegeachse zwischen Merseburger Straße und Schlachthofstraße, wobei das E-Werk in die Gestaltung und die Flächenaufteilung mit einbezogen wird. Die neu hergerichteten Flächen können dabei, obwohl viele Teile auf dem nördlichen Areal noch nicht gebaut werden, kurz- bis mittelfristig als eigenständiger Park dienen.
Der Gesamtkostenrahmen, der von uns im Oktober 2006 angenommen wurde, verkleinert sich dadurch, wobei für die Baumaßnahme im Jahr 2007, zusätzlich Gelder bereitgestellt werden müssen.

Die Fertigstellung der Gesamtbaumaßnahme mit BV 2008 ist für das Jahr 2008 vorgesehen.

02_Textliche Erläuterung zum Entwurf (Gesamtbaumaßnahme 2007)

Mit der angestrebten Maßnahme IBA-Projekt Neustadtpark - Neue Wiesen, die in zwei Baumaßnahmen in den Jahren 2007 und 2008 realisiert wird, beginnt die Stadt Weißenfels mit der Umsetzung eines Konzeptes zur Umgestaltung und Aufwertung eines Areals von ca. 20 ha Industrie- und Altindustriestandorten in der Weißenfelser Neustadt.
Begonnen wird mit den Flächen des Neustadtparks zwischen der Merseburger Straße und dem E-Werk-Komplex an der Schlachthofstraße, wobei die Mauergestaltung zwischen Merseburger und Tagewerbener Straße als Initialprojekt dienen wird.

Die genannte Maueroberfläche soll flächendeckend mit einem Farbanstrich versehen werden. Bei den drei von uns erarbeiteten Varianten spielt neben der Farbwahl jeweils die Gestaltung mit Schrift eine besondere Rolle. Der Ausdruck mit Worten ist ein direktes Mittel und kann der Stimmungslage einer ganzen Gruppe von Menschen am ehesten Ausdruck verleihen. Wie in Variante 1 dargestellt, sollen Worte gefunden und anschließend in verschiedenen Größen auf die Wand gebracht werden. Die Sammlung der Worte wird beim Neustadtfest 2007 vorgenommen und vom Neustadtverein durchgeführt werden.
Die Mauer wird nach derzeitigem Stand zu etwa zwei Drittel der Fläche mit "Wildem Wein" bepflanzt und dauerhaft begrünt sowie zu einem Drittel mit dem erwähnten Farbanstrich versehen werden.

Östlich der Merseburger Straße bis zum E-Werk und zur Schlachthofstraße sollen alle Flächen südlich der dargestellten Wegeachse neu gestaltet werden.
Der aus dem Hallenabbruch gewonnene Schotter wird zu einem Keil aufgeschüttet und mit einer Magerwiesenmischung angesät, die einige Jahre Entwicklungszeit benötigt. Einjährige Pflanzen wie Mohn, Kornblume und Ringelblume sorgen bereits im ersten Jahr 2008 für einen Blühaspekt. Pflegekosten sollen hier bei einer ein- bis zweimaligen Mahd pro Jahr so gering wie möglich gehalten werden.
In den südlichen und westlichen Randbereichen zur Wohnbebauung hin wird ein 10 bis 35 Meter breiter Gehölzstreifen angelegt, der den neuen Park fasst und die Wiesen einrahmt. Neben einigen Hochstämmen als Initialgehölze werden auf den Flächen einheimische Gehölze in Forstpflanzenqualität eingebracht.

An zwei Stellen führen Treppen auf den Wiesenkeil hinauf zu Sonnendecks, die mit hellen Betonplatten und Beton-Sitzelementen bestückt sind.
Nördlich des Keils zieht sich in einem breiten Streifen das Aktivitätenband mit dem das Gebiet markierenden Generationenhain. Dieser Hain besteht aus einer Pflanzung von Hochstamm-Gehölzen in einem strengen Raster, wobei als Baumarten einige verschiedene Arten vorgesehen sind, deren Anordnung nach einem bestimmten Bild erfolgen soll. Die Pflanzung der Bäume erfolgt in mehreren Teilabschnitten. Geplant ist, die Bevölkerung in die Bepflanzungesmaßnahmen mit einzubeziehen, indem man einen Baum zu Anlässen für einen bestimmten Preis erwerben kann. Dieser Baum wird dann zusammen mit einer Gruppe anderer Bäume zur jeweiligen Pflanzzeit gepflanzt und ergänzt den Hain bis dieser vervollständigt ist.

Eingelassen in diesen Hain sind einige Flächen für den Aufenthalt und zur sportlichen Betätigung. Die Asphaltwelle ist nicht nur für Skater ein Erlebnis, sondern bietet auch Radfahrern oder Fußgänger ein eigenartiges Gefühl bei Bewegungsabläufen auf dem formal wellenförmig gestalteten Asphaltstreifen.
Die Aktionsflächen werden von gebrauchten Granitborden und -pflastersteinen eingefasst und mit der Wiesenansaat versehen. Eine langfristige anderweitige Nutzung dieser Flächen soll jetzt noch nicht endgültig bestimmt sein.

Nördlich davon, in der Verlängerung des bereits hergestellten Fuß- und Radweges zwischen der Merseburger und der Tagewerbener Straße soll eine neue Wegeverbindung zu E-Werk und Schlachthofstraße sowie quer dazu eine später noch auszubauende Verbindung zwischen Nordstraße und Röntgenweg hergestellt werden.
Die Ost-West-Verbindung als Hauptachse und Rückgrat des Parks wird in Anlehnung an die vormaligen Gleistrassen "zweigleisig" ausgeführt, wobei es die Führungsstränge sowie Weichen als auch waggon- oder pufferähnliche Elemente geben wird.
Der nördliche der beiden Wege soll als übergeordneter Fuß- und Radweg, welcher später auch in anderen Arealen in der Neustadt fortgeführt wird, als drei Meter breiter Asphaltweg ausgebildet, der südliche als Neustadtpromenade mit einer wassergebundenen Wegedecke versehen werden (wie auch alle anderen Wege im Gebiet).
Die Waggons bilden Linien und strukturieren den langen Wegekorridor. Sie bestehen aus zwei Teilen, dem Grundkörper, einer Stahlgabione, die mit geschichteten Klinkersteinen gefüllt wird und einem Stahlkörper, der als Sitzbank dient. Dieser Körper ist ein Hohlkörper, tagsüber massiv wirkend, wird er nachts zum Leuchtobjekt, das von innen blau ausgeleuchtet wird. So entsteht nachts eine Lichtlinie zwischen Merseburger Straße und E-Werk.

Die Flächen vor dem E-Werk erfahren insofern eine Veränderung, als eine räumliche Trennung zwischen E-Werk und Schlachthofstraße in Form einer Birkenpflanzung vorgesehen ist. Somit rückt das E-Werk in den Park und wird integraler Bestandteil dieser Neugestaltung. Die Bodenflächen werden nur geringfügig und oberflächlich verändert.
Die Pflanzung von dichtstehenden Birkenreihen als Heister oder mehrstämmige Pflanzen erzeugt einen dichten Pflanzenblock, der zur Masse und zum Ambiente des E-Werks passt, ihm Ausdruck verleiht und sowohl im Winter durch die weißen Stämme als auch im Frühjahr und vor allem im Herbst ein vergleichsweise starkes Stimmungsbild erzeugen wird.
Für das E-Werk wird damit ein Vorplatz definiert, der spezifisch als Eingangsbereich oder Veranstaltungsort genutzt werden kann.

Die Gesamtflächen umfassen ein Areal von 31.000 m².

03 Weiterführung Neustadtpark 2008
 
Die „Nordachse“ des Parks umfasst eine Fläche von ca. 14.000 m² und beinhaltet eine bisher fehlende fußläufige Querungsmöglichkeit in Nord-Süd-Richtung und stellt somit eine wichtige städtebauliche Verbindung zwischen den Bebauungsgebieten dar. Ein Großteil der Grundstücke war in privatem Besitz und wurde von der Stadt Weißenfels erworben.
Im Zuge einer Abbruchmaßnahme wurden sämtliche Gebäude und befestigte Flächen sowie die Beräumung des Areals durchgeführt. Die Gasometerruine wurde in das Gesamtgestaltungskonzept einbezogen und blieb stehen.
Als Grundstimmung und Gestaltungsansatz bei der Umgestaltung der Flächen stand die Industrievergangenheit der großen Konversionsflächen in der Weißenfelser Neustadt. Die industrielle Vergangenheit soll bei der Verwendung von Materialen (gebrauchtes oder vor Ort gefundenes Material) und der Gestaltung der Flächen (z.B. Wiesenansaaten auf Rohboden- oder Schotterflächen) thematisiert und sichtbar gemacht werden.
 
Angelegt wurde eine Freifläche mit verschiedenen Nutzungsangeboten und –intensitäten, eine durchgängige Wegeverbindung und damit das Andocken an den im Süden bestehenden Park sowie extensive Wiesen- und Gehölzflächen.
Durch die neue Wegeverbindung, welche als kombinierter Fuß- und Radweg angelegt wurde, werden Wege von den nördlichen Stadtgebieten zum Stadtzentrum sowie der Weg zum Bahnhof verkürzt.
 
Der größte Teil des Gebietes wurde pflegeextensiv mit Wiesen- Rasen- und Gehölzflächen gestaltet. Aus dem alten Gasometer ist ein interessantes Spielareal geworden. Der Gesamteindruck soll sich in seiner Ausprägung und Ausgestaltung an den südlich anschließenden Teil des Neustadtparks anlehnen.

  • Neustadt Nordachse [ - 1,32 MB]
  • Neustadtpark Baumassnahmen [ - 0,11 MB]



  • Hier können Sie das gesamte Konzept als PDF-Datei downloaden.

     

  • Gesamtkonzept "IBA Projekt Neustadtpark - Neue Wiesen Stadt Weißenfels" (18.845 KB)