Seit dem 1. September 2010 gehört nun auch die der Ortsteil Leißling zur Stadt Weißenfels, der in Richtung Naumburg direkt an der Saale liegt.
Die ungefähr 1 600 Einwohner von Leißling können auf eine lange Geschichte ihrer Ortschaft zurückschauen. Bereits im Jahre 1232 wurde Leißling erstmals urkundlich erwähnt. Es ist aber zu vermuten, dass der Ort an sich wesentlich älter ist. So deutet der Name Leißling in seiner ursprünglichen Form „Lesnik“ (übersetzt so viel wie „Ort am/im Walde“) auf eine altsorbische Siedlung hin.
Leißling ist über die Bundesstraße 87 und per Regionalbahn gut zu erreichen und sieht sich selbst heute als Wohn- und Erholungsstandort. Die in Sachsen-Anhalt aufstrebende Ernährungsindustrie ist in der Ortschaft mit einem Standort der MEG Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH und Co. KG vertreten. Diese Firma hat mit einem ihrer Produkte, dem „Leißlinger Mineralwasser“ weit über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit erreicht. Auch wenn es diese Marke direkt nicht mehr gibt, das Wasser kommt nach wie vor aus den Buntsandsteinformationen im geologischen Untergrund von Leißling.
Partnergemeinden von Leißling sind Carlsberg in Rheinland-Pfalz und Hatten in Niedersachsen. Seit 1991 findet jährlich ein Verwaltungsseminar mit den Gemeinden Bad Sulza, Britz-Chorin, Burg (Spreewald), Hatten, Plesna (Polen) und Zwenkau statt.
Die Bürger von Leißling pflegen schon seit vielen Jahren liebevoll verschiedene Bräuche. Der wahrscheinlich schon im Dreißigjährigen Krieg entstandene und wohl bekannteste davon ist das „Leißlinger Eierbetteln“. Als Sinnbild der bösen Kräfte wurde eine angeputzte Strohpuppe in der Saale versenkt. Und auch das Ei als Sinnbild des Lebens und Namensgeber dieses Brauches hatte die Überwindung des Todes zur Bedeutung. Vermutlich ist dieses Ritual des Eierbettelns dadurch entstanden, das ein Hirte einmal pro Jahr in einem Bittgang durch das Dorf gezogen ist, um sich seine Arbeit vergelten zu lassen. Seinen Lohn hat er wie damals üblich in Naturalien, so unter anderem auch in Eiern, bezahlt bekommen.
Heute ist das Eierbetteln immer eine Woche nach Pfingsten mit ungefähr 3 000 bis
4 000 Besucher ein lustiger Tag für Groß und Klein. Gefeiert wird mit Umzügen, buntem Treiben auf den Dorfstraßen, mitreißenden Shows auf selbstgebauten Bühnen und abendlichem „Austanz“. Auch der Strohbär wird heute noch als Leitfigur des Festes durch die Straßen geführt.
In Leißling sind verschiedene Vereine aktiv. Dazu zählen unter anderem der Heimatverein „Leißlinger Eierbetteln“, die Leißlinger Blasmusikanten, die Leißlinger Saale-Spatzen, der Verein der Freiwilligen Feuerwehr, der Leißlinger Männerchor 1846 e.V., der Sportverein Fortuna, die Vereine der Kaninchen- und Geflügelzüchter sowie der Jäger und Angler. Damit können viele Leißlinger in Gemeinschaft ihrem Hobby nachgehen.
Die Landschaft rings um die Ortschaft ist im Sommer wie Winter sehr reizvoll. Dies gefällt vor allem immer wieder Radfahrern, die den mitten durch den Ortsteil führenden Saaleradweg befahren. Aber auch einen beschaulichen Spaziergang entlang der Saale kann man bei jeder Jahreszeit unternehmen.
Fahrzeiten der Fähre Leißling
Der Fährbetrieb 2009 wird in der Gemeinde Leißling vom 1. Mai bis zum 4. Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 10 bis 18 Uhr abgesichert.
Gruppenfahrten (über 10 Personen) außerhalb der Fährzeiten sind mindestens 14 Tage vorher von Montag bis Freitag bei der Touristinformation des Fremdenverkehrsvereines "Weißenfelser Land" e.V. telefonisch unter 03443/303070 oder bei der Stadtverwaltung Weißenfels 03443/370475 anzumelden.
Fährtarife:
Erwachsene 1 Euro
Kinder vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 12. Lebensjahr 0,50 Euro
Haustiere 0,50 Euro
Fahrrad, Mofa, Handwagen 1 Euro
Schwerbehinderte fahren kostenlos, wenn sie die Voraussetzungen der jeweils gültigen Fassung des Schwerbehindertengesetzes erfüllen.