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Das "Blaue Band" - die Saale in Weißenfels

Die Saale ist schon ein stattlicher Fluss, wenn sie Weißenfels erreicht. In den 270 Kilometern, die sie von der Quelle im Fichtelgebirge zurückgelegt hat, haben Flüsse ihren Wasserlauf verstärkt, musste sie sich durch enge Täler zwängen und wurde zu Seen aufgestaut. Zahlreiche Burgen und Schlösser bekrönten bereits ihre Ufer, bevor sie in das Stadtgebiet von Weißenfels eintritt. Auch hier wird sie von einem Schloss auf einem ehemaligen Burgberg begrüßt. Üppige Wiesen, Felder und Weinberge künden von der Fruchtbarkeit der sie umgebenden Landschaft. Mehrere Wehre und Brücken queren ihren Weg, bevor sie nach ihrem Lauf mitten durch die Stadt das Thüringer Becken verlässt und sich in das Norddeutsche Tiefland ergießt, um ihren Weg bis zur Mündung in die Elbe fortzusetzen.



Blick von der Großen Brücke zur Pfennigbrücke und zum Klemmberg mit Bismarckturm

Auch die Herzöge von Sachen-Weißenfels, deren Herrschaft von 1656 bis 1746 währte, wussten die Nähe zum Fluss zu schätzen und waren den Fischern freundlich gesonnen Sie wählten immer einen Fischer der Weißenfelser Innung zu ihrem Hoffischer, welcher seinen Sitz in der 1696 erbauten Hoffischerei hatte.

Damals befanden sich rund um das Haus große Fischteiche, mit prächtigen Ziergärten umrahmt. Später wurden diese Teiche zugeschüttet. Sieben Jahre später ließ Herzog Johann Georg einen Hafen für die Lustflottille des Herzogs anlegen (der heutige Platz vor der Altstadtschule). Dazu wurde die „Pforte“ in der Stadtmauer zu einem Schiffstor erweitert, das allerdings 1706 vor Einmarsch der Schweden wieder beseitigt wurde. Der Stadtgraben wurde 1838 zugeschüttet und als Spielplatz der neu eröffneten Stadtschule hergerichtet.

Modell eines Lustschiffs der herzoglichen Flotte

Im Leben der Stadt Weißenfels spielte der Fluss schon immer eine bedeutende Rolle. Archäologische Funde belegen erste Siedlungsspuren aus der Zeit vor 5.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung. Es waren vor allem Fischer, Acker- und Weinbauer die sich am fruchtbaren Ufer der fischreichen Saale niederließen.
Für die damaligen Bewohner war Fisch ein beliebtes Nahrungs-mittel, war er doch in der Saale reichlich vorhanden. 35 Fischarten waren in früherer Zeit hier heimisch, darunter Lachse, Aale und Karpfen. Die Weißenfelser Fischerinnung soll zu den ältesten der Stadt gehören. Ihre Gründung geht auf den thüringischen Landgrafen, Ludwig den Springer zurück.
Die einsetzende Industrialisierung ließ in den späteren Jahren den Fischreichtum der Saale zurückgehen, so dass die Fischer nicht mehr allein vom Fischfang leben konnten. Andere Quellen zur Einkommenssicherung wurden erschlossen, wie den Handel mit Holz und das Betreiben von Flussfähren, Badeanstalten und Fischgeschäften.

Anfang des 12. Jahrhunderts schlug die Geburtsstunde der Saaleschifffahrt. Güter wie Salz und Holz wurden von nun an auf Kähnen transportiert. Ab 1694 errichtete man steiner-
ne Schleusen. 1790 - 1793 erfolgte die Regulierung der Saale zwecks Schiffbar-
machung bis zur Unstrutmündung.
An den Ufern der Saale wurden zahlreiche Mühlen errichtet, die die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt beschleunigten. Im Einzugsgebiet von Weißenfels gab es drei
große Mühlen, die Beuditzmühle, die Brückenmühle und die Herrenmühle.



Blick vom Bootsverleih zur Großen Brücke



Blick über die Saale zu den Badanlagen vom Cafe "Saaleblick" aus

In jüngster Geschichte ist es vor allem der Sport, der den Fluss wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung rückt. So kann Weißenfels auf Weltmeister und Olympiasieger im Rudern verweisen.
Bis Ende 1960 luden mehrere Badeanstalten die Weißenfelser zum Baden in der Saale ein. In den letzten Jahren hat sich die Wasserqualität wieder spürbar verbessert, so dass in naher Zukunft das Baden im Fluss wieder möglich sein wird. Gegenwärtig beschränkt sich der Wassersport lediglich auf die vielfältigsten Arten des Schiffsverkehrs – angefangen vom Kanu, über Ruder- und Tretboot bis hin zum PS-starken Motorboot.

 

 Weißenfelser Fahrgastschiff "Traumschiff"

Angebot: Linienfahrten, Weinverkostungen, Familien-, Vereins- oder Betriebsfeiern, Hochzeiten, Jubiläen, Advents- und Weihnachtsfeiern, Stadtrundfahrten

Imbiss und Getränke an Bord, volles Speisenangebot nach Voranmeldung

Winterfahrplan:
Samstag und Sonntag
13 - 15 Uhr und 15 - 17 Uhr (mit Livemusik)
sowie nach Absprache

Kontakt: 0172-3458961
E-Mail: info@capitain-fu.de
oder über die Touristinformation Weißenfels:
Tel.: 03443-303070 Fax: 03443-239472
E-Mail: info@weissenfelstourist.de
Internet: www.weissenfelser-personenschifffahrt.de


Das "Traumschiff" nach der Taufe

Der Innenbereich mit 55 Sitzplätzen

  Dampfer-Sonderfahrten
von Naumburg nach Weißenfels und zurück
 
weitere Informationen über:
Saale-Unstrut-Schifffahrtsgesellschaft mbH
Telefon 034 45/20 28 30, Fax: 034 43/20 28 32
Internet:http://www.froehliche-doerte.de/
e-Mail: Schiffe@Bluetengrund.de