Es begann auf einem weißen Felsen...
Die 1185 planmäßig angelegte Stadt im Tal der Saale überrascht den aufmerksamen Besucher durch ihre überaus reiche Kulturhistorie.
Eine Burg auf weißem Felsen gab der Stadt ihren Namen. An ihrer Stelle thront heute das gewaltige Barockschloss "Neu-Augustusburg", einstige Residenz der Herzöge von Sachsen-Weißenfels. Ein Kleinod ist die im Original erhalten gebliebene Schlosskirche, die zu den schönsten frühbarocken Anlagen Mitteleuropas zählt. Unter ihr befindet sich eine Gruft mit 38 prächtigen Sarkophagen der Herzogsfamilie.
Hier waren sie alle, die Großen des Barock. Heinrich Schütz, der "Vater der deutschen Musik", Johann Philipp Krieger, Johann Sebastian Bach, Johann Beer und Georg Philipp Telemann. Georg Friedrich Händels Talent wurde hier entdeckt, als er noch ein Kind war. Caroline Neuber - die Neuberin - Reformatorin des deutschen Theaters wurde von der Weißenfelser Herzogin gefördert. Heute beherbergt das Schloss das städtische Museum mit Ausstellungen zur Geschichte des Schuhs, dessen Herstellung, zu völkerkundlichem Schuhwerk und zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels, sowie Sonderausstellungen. Von der Schlossterrasse bietet sich ein weiter Blick über die Stadt. Mittelpunkt ist der schöne Marktplatz mit dem barocken Rathaus, der spätgotischen Stadtkirche St. Marien und zum Teil reich verzierten Fürsten- und Bürgerhäusern sowie Renaissance-Portalen. Auch die Dichtkunst war in Weißenfels vertreten; Friedrich von Hardenberg (Novalis), der bedeutendste Lyriker und Prosadichter der deutschen Frühromantik, wirkte und starb im "Novalis-Haus" in der Klosterstraße 24, an das ein Garten mit Pavillon grenzt. Sein Grab befindet sich im Stadtpark. An die Schriftstellerin Louise von Francois, erinnern Häuser an der Promenade und am Markt. Noch eine große Erzählerin verbrachte ihre Kindheit in der Stadt und erhielt hier ihre einzige Schulbildung - Hedwig Courths Mahler. Moritz Hill kam 1830 nach Weißenfels und wurde in der Taubstummenanstalt erster und bedeutendster Gehörlosenlehrer überhaupt. In der Naumburger Straße hatte der weltbekannte Weißenfelser Orgelbaumeister Friedrich Ladegast, der über 150 Orgeln baute, seine Werkstatt. Über viele Jahre war Martin-Gregor-Dellin, ein bedeutender Schriftsteller und Biograph der neueren deutschen Literatur, mit der Stadt verbunden.
Weißenfels - im Zentrum vieler Schlachten gelegen Weißenfels hat viele Feldherren und ihre Schlachten erlebt, so Friedrich II., Napoleon, Blücher. Im Geleitshaus in der Großen Burgstraße wurde der Schwedenkönig Gustav II. Adolf obduziert und einbalsamiert, nachdem er auf dem Lützener Schlachtfeld 1632 gefallen war.
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