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Stadtgeschichte 

Weißenfels
Beginn der Herzogszeit von Sachsen-Weißenfels feiert 350-jähriges Jubiläum

Blick von der großen Brücke zur Altstadt (Foto: SCHAU! Multimedia)

Die Stadt Weißenfels kann auf eine über 800-jährige Entwicklung zurückblicken. 1185 gründete Markgraf Otto von Meißen die Stadt an einem Saaleübergang unterhalb der bereits vorhandenen Burg auf einem hellen Sandsteinfelsen, der der Stadt ihren Namen geben sollte. In den folgenden Jahrhunderten war Weißenfels oft Schauplatz von Kriegen und Schlachten. Vor allem der 30-Jährige Krieg hinterließ seine Spuren und brachte viel Zerstörung. Auch die alte Weißenfelser Burg wurde zerstört. Auf den Trümmern dieser Burg sollte jedoch ein Stück Weißenfelser Geschichte aufgebaut werden, dass die Stadt für die Zukunft prägte.


Schloss Neu-Augustusburg

Begonnen hatte dies in Dresden. Johann Georg I., Kurfürst von Sachsen (1585-1656) wollte nicht nur seinem ältesten Sohn, dem späteren Kurfürsten Johann Georg II. von Sachsen, sondern auch dessen drei jüngeren Brüdern ein eigenes Herrschaftsgebiet hinterlassen. So kam es 1657 zur Gründung von drei Herzogsländern im südlichen Teil des heutigen Sachsen Anhalts. Dem zweitgeborenen Sohn Johann Georgs I., August, wurde das Gebiet um Weißenfels zugesprochen. Mit der Gründung des Herzogtums Sachsen-Weißenfels und der Ernennung der Stadt Weißenfels zum Residenzsitz, begann ein spürbarer Entwicklungsschub.

Eine rege Bautätigkeit setzte ein und es entstanden neben Schloss Neu-Augustusburg zahlreiche Gebäude für Hofstaat und Bedienstete, darunter hochherrschaftliche Häuser in der Leipziger und der Marienstraße. Darüber hinaus bemühten sich die Weißenfelser Herzöge aber auch, das gesellschaftliche Leben zu fördern. Dazu gehörten etwa die Gründung von Schulen, Bibliotheken und Waisenhäusern, die Unterstützung von Kirchen sowie gesetzgeberische Maßnahmen. Da die Weißenfelser Herzöge überdies Kulturliebhaber waren, entwickelte sich der Weißenfelser Hof bald zu einem Anziehungspunkt für Musik, Literatur und Schauspiel. Namhafte Künstler gingen am Weißenfelser Hofe ein und aus, darunter solche Größen, wie Schütz, Bach, Händel, Krieger, Beer und die Neuberin.
Nach dem Aussterben der männlichen Erbfolge fiel das Herzogtum Sachsen-Weißenfels an Kursachsen zurück. 1815 kamen die Stadt und deren Umgebung im Ergebnis des Wiener Kongresses zum preußischen Staat. Aber auch in dieser Zeit blieb Weißenfels ein kulturelles Zentrum.


Novalisgrab im Stadtpark

Durch die Übersiedlung der Familie Hardenberg nach Weißenfels, lebte der bedeutendste Vertreter der deutschen Frühromantik, Friedrich von Hardenberg, ("Novalis"), bis zu seinem Tode in der Klosterstraße 24. Im Wirken der Erzählerin Louise von Francois fand die literarische Tradition der Stadt Weißenfels ihre Fortsetzung.
Der weltbekannte Weißenfelser Orgelbaumeister Friedrich Ladegast hatte in der Naumburger Straße seine Werkstatt. Das reiche Kulturerbe wird in Weißenfels durch jährlich wiederkehrende Veranstaltungshöhepunkte gepflegt, wie das Schlossfest und die Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage.