Kurzinfo OT Borau | Artikel-Kategorien

Ortschaft in Zahlen

Einwohnerzahl (Stand: 31.12.2015) 646
Fläche 5,65 km2
Früheste Erwähnung 1251
Höhe 156 m
Postleitzahl 06667
Vorwahl 03443
Eingemeindung 1995

 

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Borau, Selau und Kleben

Borau, Selau und Kleben
St. Georg Kirche zu Selau

Der Name Borau ist zurückzuführen auf den Personennamen „Bor“, der sich am ehesten mit „Kampf“ übersetzen lässt (vgl. Eichler, Walther: Untersuchungen zur Ortsnamenkund und Sprach- und Siedlungsgeschichte des Gebietes zwischen mittlerer Saale und weißer Elster. Berlin 1984. Seite 124 f). Seit der Einwanderung von Pflanzenbauern und Viehhaltern in das Elbe-Saale-Gebiet in der ersten Hälfte des 5. Jahrtausend v. Chr. kam es in der Region Borau, Selau und Kleben vermehrt zu Ansiedlungen. Die fruchtbaren und ertragreichen Lößböden gaben die ideale Voraussetzung für eine Siedlungstätigkeit. Eine ehemalige Siedlung befindet sich südöstlich des Ortskernes von Borau, neben dem Einkaufszentrum bis an die Straße nach Kleben-Zorbau. Dort fanden Archäologen Keramikscherben, Hüttenlehm und Bruchstücke von Mahlsteinen.

Die erste urkundliche Erwähnung ist auf 1251 datiert: Der Abt eines Merseburger Klosters hat drei Hufen Land in „Borowe“ (heute Borau) und „Zurbewitz“ (heute Zörbitz) käuflich erworben. 1298 beurkundet die Äbtissin Agnes und der Konvent des Weißenfelser Klarenklosters, dass der Weißenfelser Bürger Heinrich und seine Ehefrau dem Kloster 1 ½ Hufen Land in „Zelowe“ (Selau) vermacht haben. Als Zeuge dieser Rechtshandlung fungierte ein Nicolaus von Borowe (Borau).

Im Ursprung waren die drei Dörfer slawisch besiedelt, erkennbar auch an der Siedlungsart der so genannten „Rundlingsdörfer“. Heute noch zu sehen in Selau „Im Winkel“, in Borau „Am Brunnen“ und in Kleben.

Das geistige und kulturelle Zentrum der drei Orte war die Kirche in Selau und die ihr zugeordnete Schule. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde diese Kirche ausgeraubt. Das jetzige Kirchenschiff entstand um 1673, die Vorhalle im Jahr 1794 und der klassizistische Turm um 1803. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche eine einheitliche Barockausstattung. Besonders sehenswert sind der Kanzelaltar, die doppelgeschossige Hufeisenempore mit oval gerahmten biblischen und emblematischen Malereien sowie Sprüchen und eine Orgel - gebaut vom Weißenfelser Orgelbaumeister Friedrich Ladegast.

um 1300: Eine erste Kapelle wird durch das Kloster St. Klaren in Selau errichtet.

1539: Einführung der Reformation in den drei Gemeinden

1631-1641: Wiederholte Zerstörung der Kirche und der Dörfer im 30-jährigen Krieg durch kaiserliche und schwedische Truppen

1688: Einbau der ersten Orgel in die Selauer Kirche durch Orgelbauer Zschuckelt

1813-15: Während der Befreiungskriege Plünderungen der Kirche und der Dörfer durch französische und russische Truppen

1854: Einbau der dritten, heute noch vorhandenen Orgel in die Kirche in Selau durch Friedrich Ladegast aus Weißenfels

Ende 19. Jahrhundert: Neue Strukturen durch industrielle Entwicklung in und um Weißenfels (Schuhindustrie, Braunkohlenreviere Webau/Gerstewitz), Siedlungshäuser in der Weißenfelser Straße (jetzt Selauer Straße) und in der Neuen Sorge (jetzt Straße der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft) entstehen

Erste Hälfte 20. Jahrhundert: Annäherung an Weißenfels mit Kasernenbau in Selauer Straße und Bau der Leuna Siedlung          

1945: aus Selau, Borau und Kleben wird die Gemeinde Borau

1952: Kollektivierung der Landwirtschaft, Borauer Landwirte mit Bauern vom Tschirnhügel und das Stadtgut Weißenfels gründen die LPG „1. Mai“ Borau als Typ III, in Kleben wird ab 1.3.1957 die LPG „Friedenswacht“ (Typ I) gebildet, diese wechselt ab 1. 1. 1972 zur LPG „1.Mai“ Borau in die Typ III    

1953: Kindergrippe und Kindergarten mit Essenversorgung auch für Schule und LPG Mitglieder entstehen in der 1887 gebauten neuen Schule

ab 1965: Borau wird an die zentrale Trink- und Abwasserversorgung angeschlossen                    

ab 1974: verstärkter Bau von Einfamilienhäusern

1991: Borau bildet mit Weißenfels eine Verwaltungsgesellschaft

1993: Ende der Borauer Schule, Klasse 1 bis 3 geht zur Bergschule

ab 1994: Bau und Fertigstellung (1997) der Umgehungsstraße B91

1995: Borau wird Ortsteil von Weißenfels

ab 1998: zahlreiche Maßnahmen zur Dorferneuerung

Vereine: 
- Freiwillige Feuerwehr Borau
- Borauer Carnevalsclub, BCC e. V.
- Fußballsportverein, FSV Blau - Weiss Borau e. V.
- Geflügelzüchter, RGZV Borau e. V.
- Kegelsportverein, KSV Borau e. V.
- Kaninchenzuchtverein Zorbau/Borau e. V.