Kurzinfo OT Lei├čling | Artikel-Kategorien

Ortschaft in Zahlen

Einwohnerzahl (Stand: 31.12.2015) 1467
Fläche 7,46 km2
Früheste Erwähnung 1232
Höhe 104 m
Postleitzahl 06667
Vorwahl 03443
Eingemeindung 2010

 

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Lei├čling

Blick auf Leißling

Die Ortschaft Leißling liegt direkt an der Saale. Sie gehört seit dem 1. September 2010 zur Stadt Weißenfels.

DieEinwohner können auf eine lange Geschichte ihrer Ortschaft zurückschauen. Bereits im Jahre 1232 wurde Leißling erstmals urkundlich erwähnt. Es ist aber zu vermuten, dass der Ort wesentlich älter ist. So deutet der Name Leißling in seiner ursprünglichen Form „Lesnik“ – was übersetzt so viel bedeutet wie „Ort am/im Walde“ – auf eine altsorbische Siedlung hin. 1277 gibt es die Ortsbezeichnung Lisznich, ab 1416 Lissenig und ab 1661 setzt sich die Schreibweise Leißling durch.

Leißling ist über die Bundesstraße 87 und per Regionalbahn gut zu erreichen und sieht sich heute selbst als Wohn- und Erholungsstandort. Die in Sachsen-Anhalt aufstrebende Ernährungsindustrie ist in der Ortschaft mit einem Standort der MEG Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH und Co. KG vertreten. Diese Firma hat mit einem ihrer Produkte, dem Leißlinger Mineralwasser, weit über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit erreicht. Auch wenn es diese Marke direkt nicht mehr gibt, das Wasser kommt nach wie vor aus den Buntsandstein-Formationen im geologischen Untergrund von Leißling.

Die 1716 geweihte barocke Bilderkirche lädt zur besinnlichen Einkehr ein. In umfangreichen Verschönerungsarbeiten wurden sanierte Bauernhäuser, Denkmale und Neubauten in das Ortsbild eingebunden. Die neuen Wohnungsbaugebiete „Am Niederauer Holz“ und „Gorlecke“ zeigen das Wachsen der Gemeinde. Das viel besuchte Einkaufszentrum „Schöne Aussicht“ bietet seinen Kunden neben einem umfangreichen Warenangebot mehrmals jährlich kulturelle und sportliche Veranstaltungen.

Partnergemeinde von Leißling ist Carlsberg in Rheinland-Pfalz. Seit 1991 findet jährlich ein Verwaltungsseminar mit den Gemeinden Bad Sulza, Britz-Chorin, Burg (Spreewald), Hatten, Plesna (Polen) und Zwenkau statt.

Die Bürger von Leißling pflegen schon seit vielen Jahren liebevolle Bräuche. Der wahrscheinlich schon im Dreißigjährigen Krieg entstandene und wohl bekannteste davon ist das „Leißlinger Eierbetteln“. Als Sinnbild der bösen Kräfte wurde eine angeputzte Strohpuppe in der Saale versenkt. Und auch das Ei als Sinnbild des Lebens und Namensgeber dieses Brauches hatte die Überwindung des Todes zur Bedeutung. Vermutlich ist das Ritual des Eierbettelns dadurch entstanden, das ein Hirte einmal pro Jahr in einem Bittgang durch das Dorf gezogen ist, um sich seine Arbeit vergelten zu lassen. Seinen Lohn hat er wie damals üblich in Naturalien, so unter anderem auch in Eiern, bezahlt bekommen. Heute ist das Eierbetteln immer eine Woche nach Pfingsten mit ungefähr 3.000 bis 4.000 Besuchern ein lustiger Tag für Groß und Klein. Gefeiert wird mit Umzügen, buntem Treiben auf den Dorfstraßen, mitreißenden Shows auf selbstgebauten Bühnen und abendlichem „Austanz“. Auch der Strohbär wird heute noch als Leitfigur des Festes durch die Straßen geführt.

In Leißling sind verschiedene Vereine aktiv. Dazu zählen unter anderem der Heimatverein „Leißlinger Eierbetteln“, die Leißlinger Blasmusikanten, die Leißlinger Saale-Spatzen, der Verein der Freiwilligen Feuerwehr, der Leißlinger Männerchor 1846 e.V., der Sportverein Fortuna, die Vereine der Kaninchen- und Geflügelzüchter sowie der Jäger und Angler. Damit können viele Leißlinger in Gemeinschaft ihrem Hobby nachgehen.

Die Landschaft rings um die Ortschaft ist im Sommer wie Winter sehr reizvoll. Mitten durch den Ort führt der Saaleradweg, sodass Fahrradfahrer stets willkommene Gäste sind. Aber auch bei einem Spaziergang entlang der Saale kann man Leißling und seine Umgebung kennenlernen. Gut ausgeschilderte Rad- und Wanderwege locken zu einem Besuch der naheliegenden Burgen Schönburg und weiter zur geschichtsträchtigen Rudelsburg. Ab Herbst 2016 wird es für Radfahrer und Wanderer möglich sein, die Saale an der Stelle, wo sich die Fähre befand, über eine neue Brücke zu überqueren.

© Katharina Vokoun E-Mail