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Abwasser: Herstellungskostenbeitr├Ąge

© Gisela Peter pixelio

Die Informationen zum Herstellungskostenbeitrag (HKB) für die Errichtung der Schmutzwasseranlagen in Weißenfels wurden schon lange mit Spannung erwartet. Am Dienstag, 17. März, nannte die Abwasserbeseitigung Weißenfels – Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) auf der Verwaltungsratssitzung nun erstmals Zahlen. Demnach liegt voraussichtlich der höchstmögliche Beitragssatz bei 2,38 Euro pro Quadratmeter für Grundstücke, die nach dem 15. Juni 1991 an das zentrale Schmutzwasserbeseitigungsnetz angeschlossen wurden. Grundstückseigentümer, die bereits vor dem 15. Juni 1991 angeschlossen waren, müssen künftig maximal 86 Cent pro Quadratmeter zahlen.

Um die Frage zu klären, ob ein Zuschlag für industrielle Großeinleiter gerechtfertigt ist, ließ die AöR ein Gutachten durch das Institut für Wasserwirtschaft Halbach erstellen. In der Untersuchung ging das Institut wie folgt vor:
Die Weißenfelser Kläranlage wird aktuell auf eine Kapazität von 125.000 Einwohnerwerten ausgebaut. Darin inbegriffen sind Abwässer der Kommune, von Kleingewerbe und Industrie. Basierend auf diesen Werten nannte die AöR für diese Anlage einen HKB von 2,38 Euro pro Quadratmeter.
Der realen Kläranlage stellte das Institut in seiner Betrachtung eine fiktive Kläranlage gegenüber, in die kein industrielles Abwasser eingeleitet wird (nur Abwässer von Kommune und Kleingewerbe). Der ausreichende Einwohnerwert einer solchen fiktiven Anlage läge bei  50.000, der HKB laut AöR bei 2,29 Euro pro Quadratmeter.
Die Differenz zwischen dem HKB der realen und dem HKB der fiktiven Anlage beträgt 9 Cent, was 3,8 Prozent entspricht. Erst bei einem Differenzwert über 10 Prozent wäre dem Institut zufolge eine begründete Mehrbelastung durch die Industrie gegeben und ein Zuschlag für industrielle Großeinleiter gerechtfertigt. 

Die geringe Differenz begründet das Gutachten damit, dass beispielsweise der Aufwand für den Kanalbau und die Errichtung der Regenüberlaufbecken in beiden Fällen der gleiche ist. Außerdem hatte sich die Gewährung von GA-Fördermitteln für den derzeitigen Ausbau der Kläranlage positiv auf den Beitragssatz ausgewirkt.

Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Beiträge soll der Weißenfelser Stadtrat in seiner Sitzung im Juni treffen.

© Katharina Vokoun E-Mail

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