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Das geheime Innenleben der B├╝cher

Im Rahmen einer Sonderpräsentation bietet das Museum Weißenfels im Schloss Neu-Augustusburg seinen Besuchern die einmalige Gelegenheit, einen Blick auf die Handschrift von Herzog August und auf Widmungen aus der Herzogszeit zu werfen. Unter anderem wird die Großenhainer Kirchenagenda geöffnet.

Mit einer ganz besonderen Aktion möchte das Museum Weißenfels Gäste in die Sonderausstellung „Dynastiegewitter. August der Starke versus Herzog Christian“ locken. So haben Besucherinnen und Besucher vom 21. bis 26. November 2017 die einmalige Gelegenheit, die Handschrift von Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels und einige Widmungen aus der Herzogszeit in Augenschein zu nehmen. Die Museumsmitarbeiter öffnen dafür ausgewählte Bücher der Ausstellung. Diese sind normalerweise nur in geschlossenem Zustand zu sehen, da die historische Tinte sehr lichtempfindlich ist. Wer die alte Kanzleischrift nicht nur bestaunen, sondern auch mehr über den Inhalt des Geschriebenen erfahren möchte, sollte sich den 25. November 2017 vormerken. Unter dem Motto „Das geheime Innenleben der Bücher“ führt um 11 Uhr Kurator Joachim Säckl durch die Ausstellung (Teilnahmegebühr 3 Euro zzgl. Eintritt).

Während der Sonderpräsentation wird unter anderem die Großenhainer Kirchenagenda geöffnet. Sie enthält eine persönliche Widmung Christians. Am 23. Februar 1713, seinem ersten Geburtstag als Regent des Fürstentums Sachsen-Weißenfels, schrieb er: „Cum Deo Salus oder Gott ist des Hertzens Trost und Heil von ihm erwart ich alles“. Das Werk schenkte er der Weißenfelser Hofkirche. Dort nutzten es die Pfarrer viele Jahre als Arbeitsbuch, schließlich stellt die Kirchenagenda eine Art Leitfaden der protestantischen Glaubenslehre dar. Nach Auflösung des Herzogtums Sachsen-Weißenfels im Jahr 1746 wurden sämtliche Ausstattungsstücke des Weißenfelser Hofes an das sächsische Kurfürstentum in Dresden übergeben. Von dort aus kam die Kirchenagenda nach Großenhain, wo sie bis vor wenigen Wochen in einer Vitrine in der Kirchenbibliothek verwahrt wurde.

Die Sonderausstellung „Dynastiegewitter“ ist der Weißenfelser Beitrag zum Reformationsjahr. In insgesamt vier Räumen dreht sich alles um einen verbissen geführten Streit über Kirche und Glaube. Während August der Starke nahezu über Nacht zum katholischen Glauben wechselte, um sich die polnische Königskrone zu sichern, war Herzog Christian ein eingefleischter Lutheraner. Der Weißenfelser entwickelte sich zu einem der größten Kritiker des Kurfürsten und löste damit ein wahres Gewitter der Dynastien aus. Die Ausstellung zeigt Objekte, die noch nie öffentlich zu sehen waren; darunter persönliche Gegenstände von Herzog Christian, die zuletzt vor 250 Jahren in Weißenfels waren. Besucherinnen und Besucher können sich bis zum 21. Januar 2018 ein Bild von dem „Dynastiegewitter“ machen (Museum Weißenfels im Schloss Neu-Augustusburg, Zeitzer Straße 4, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und Feiertage 10 bis 16 Uhr).

© Katharina Vokoun E-Mail

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