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Datum: 11.03.2025

Stadtgeschichte erforschen und kulturelle Schätze erhalten

Um Unterstützung bei der Erforschung der Weißenfelser Stadtgeschichte und beim Erhalt kultureller Schätze bittet Oberbürgermeister Martin Papke das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Sein Anliegen teilte er dem Direktor des Landesamtes Prof. Dr. Harald Meller Ende Februar 2025 in einem Brief mit.

In dem Schreiben bittet das Stadtoberhaupt unter anderem um eine wissenschaftliche Untersuchung durch das Institut für Landesgeschichte zur Besiedelung des Ortes und der Verleihung des Weißenfelser Stadtrechtes. Zur 750. Jahrfeier der Stadt Weißenfels im Jahr 1935 wurde durch die damalige nationalsozialistische Regierung die Gründung der Stadt festgelegt und bis heute wird das Jahr 1185 als der Zeitpunkt der Verleihung des Stadtrechts weitergetragen. „Eine fundierte historische Einordnung wäre für uns von höchstem Interesse und würde einen wertvollen Beitrag zur Stadtgeschichte leisten“, schreibt Martin Papke.

Des Weiteren plant die Saalestadt dem Oberbürgermeister zufolge, die Ergebnisse der archäologischen Grabungen, die nach der politischen Wende im Weißenfelser Stadtgebiet durchgeführt wurden, in einem umfassenden Band zusammenzuführen. Die archäologischen Erkenntnisse zum Burg-Berg und zum Stadtgebiet sollen auf diese Weise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Martin Papke bittet bei dieser Aufgabe das Landesamt um redaktionelle und wissenschaftliche Unterstützung bei der Publikation.

In seinem Schreiben geht das Stadtoberhaupt zudem auf die prekäre Lage im Museumsdepot ein. Unter anderem befinden sich dort mehr als 100.000 Exponate aus der Sammlung des ehemaligen Weißenfelser Altertumsvereins, dessen Mitglieder von 1874 bis 1945 tätig waren. „Die Objekte sind derzeit nicht optimal untergebracht und es ist von großer Wichtigkeit, diese Gegenstände in einem nachhaltigen Depot in Weißenfels für die Zukunft zu bewahren. Hier bitten wir um Unterstützung durch das Landesamt, um diese kulturhistorischen Schätze der Stadt zu konservieren und zu erforschen“, schreibt Martin Papke.

Ein weiteres Thema des Briefs ist die Fischerinnung. Oberbürgermeister Papke ist es ein persönlich wichtiges Anliegen, dass die Geschichte der Fischer wieder eine Präsenz in der Erinnerungskultur der Stadt Weißenfels erhält. Schließlich entwickelte sich die Weißenfelser Fischerinnung einst durch das Fischerprivileg des Landgrafen von Thüringen, Ludwig dem Springer, zur reichsten Innung der Region. Obwohl sie somit ein wichtiges Fundament der Stadt darstellte, sind heute kaum noch Spuren der Fischer in der Saalestadt zu finden. Das möchte Martin Papke ändern.

Die Initiativen zur Erforschung und Bewahrung der Stadtgeschichte sind ein wichtiger Schritt, um das kulturelle Erbe für zukünftige Generationen zu erhalten und ein Bewusstsein für die eigene Identität zu schaffen.