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Datum: 19.11.2025

Appell für Frieden


Gedenken zum Volkstrauertag in Weißenfels

Stadtratsvorsitzender Ekkart Günther legte am Gedenkstein anlässlich des Volkstrauertages einen Kranz nieder. © Stadt Weißenfels
Stadtratsvorsitzender Ekkart Günther legte am Gedenkstein anlässlich des Volkstrauertages einen Kranz nieder.

Anlässlich des diesjährigen Volkstrauertages versammelten sich am 14. November Bürgerinnen und Bürger auf dem Weißenfelser Friedhof. Sie gedachten der Opfer aller Nationen von Krieg und Gewalt.

Nach der Begrüßung durch den Stadtratsvorsitzenden Ekkart Günther hoben Generalarzt Dr. Bruno Most und Pfarrer Dr. Jürgen A. Wolff in ihren Gedenkreden den Frieden als hohes Gut hervor. So sagte Dr. Most: „Heute leben wir wieder in einer Phase von Instabilität und Unordnung, wir sehen schreckliches menschliches Leid in der Nachbarschaft.“ Dem Standortältesten und Kommandeur des Kommandos Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung zufolge machen die Europäer seit 2022, vielleicht aber auch schon seit 2014 die Erfahrung, dass die Friedenssicherung nur mit friedlichen Mitteln zum Scheitern verurteilt sei. „Der Krieg in der Ukraine richtet sich gegen alles, was Deutschland und seinen europäischen Nachbarn teuer und wichtig ist. Die Gesellschaft muss sich resilient aufstellen und deutlich machen, dass ein Angriff auf unsere Werte und unsere Freiheit genauso wie auf unsere Freunde im Baltikum keinen Erfolg haben wird“, so Bruno Most. Er wies auch auf die persönliche Verantwortung jedes einzelnen hin: „Um den Frieden zu erhalten, ist es wichtig, sich zu fragen: ‚Was soll ich selber tun? Was kann ich selber tun? Was darf ich selber tun?‘“.

Über die eigene Verantwortung für Frieden sprach im Anschluss auch Pfarrer Wolff, allerdings zog er andere Schlussfolgerungen: „Würden wir den Spruch aus meiner Jugend ‚Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.‘ beherzigen, wäre das ein Schritt auf den Frieden zu. Nicht mitmachen, nicht teilnehmen, nicht aufrüsten. Sondern abrüsten. Sich vor allem auch verbal verweigern, nicht zustimmen, auch nicht still und schweigend. Das wäre dann der Anfang vom Ende des Krieges.“ Friede wird nicht durch Gewalt erreicht, so Wolff weiter, es sei ein Geschenk und mehr als Abschiedsgruß und Begrüßung. „Friede ist der Begriff und Inbegriff der Gemeinschaft, des Wohlergehens und der Gerechtigkeit und der Hoffnung“, sagte er und verwies auf das Versöhnungsgebet von Coventry. Nach der Zerstörung der Kathedrale der britischen Stadt Coventry durch deutsche Bombenangriffe im November 1940 ließ Dompropst Richard Howard die Worte „Vater vergib“ in die Chorwand der Ruine meißeln. Diese Worte bestimmen auch heute noch das Versöhnungsgebet von Coventry – es steht für die weltweite Versöhnung der Christen.

Zum Abschluss der Gedenkfeier zum Volktrauertag verlas Stadtratsvorsitzender Ekkart Günther die Totenehrung. Mit einer Schweigeminute und der Kranzniederlegung wurde die Veranstaltung beendet. Der Evangelischen Posaunenchor begleitete das Gedenken musikalisch.