Weißenfelser Fürstenhaus

Das Weißenfelser Fürstenhaus wurde ab 1673 im Auftrag des Herzogs August von Sachsen-Weißenfels von Johann Moritz Richter, dem Baumeister des Schlosses Neu-Augustusburg, erbaut. Es diente vorwiegend als Dienst- und Wohnsitz besonders hochgestellter Hofbeamter. Das Gebäude erstreckt sich über zweieinhalb Geschosse und drei Flügel. Die repräsentative Fassade ist durch verschiedene Schmuckelemente verziert und strukturiert. So zum Beispiel durch Pfeiler, einen erkerartigen Vorsprung in der Gebäudemitte sowie ein seitliches Durchgangsportal. Über diesem befinden sich Figuren, die Minerva und Merkur darstellen.

Im Innern des Fürstenhauses finden sich zahlreiche Stuckverzierungen. Besonders reich ausgeschmückt ist der Mittelsaal des ersten Obergeschosses. Hier befindet sich eine Neun-Felder-Decke, die um 1680 nach dem Vorbild der Decke im Banqueting House des Londoner Whitehall Palace gestaltet wurde. Im Zentrum der Decke befindet sich eine gemalte Darstellung Herkules’ als Gebieter über Krieg und Frieden. In den übrigen Feldern finden sich Darstellungen der vier Jahreszeiten und der vier Elemente. Die floralen und ornamentalen Stuckarbeiten der Decke und der Wandgliederung stammen vermutlich von Giovanni Caroveri.

Nach dem Aussterben der Herzogslinie Sachsen-Weißenfels wurde das Haus vielseitig genutzt, so auch nebst der anschließenden Gebäude als Seidenfabrik. Heute beherbergt es das Weißenfelser Standesamt, welches unter die 10 schönsten in ganz Deutschlands gewählt wurde. Im Erdgeschoss befindet sich ein Restaurant.

© Anja Köhler E-Mail

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LESUNG „ZWISCHEN KONSERVATIV, KREATIV UND KÄMPFERISCH FRAUEN – VON WIRKLICHKEIT(EN) UND VER-WIRKLICHUNG“

03.11.2021 ab 19:00 Uhr

Lesung mit Charlotte Buchholz & Selena Bakalios (Theater Naumburg)

Anmeldung über: anmeldung@landesliteraturtage2o21.de

Wie unterscheiden sich die Wirklichkeit(en) von Frauen im 19. und im 21. Jahrhundert?
Gab es Möglichkeiten der Verwirklichung im Zeitalter der Louise von Francois?
Wie erleben und verwirklichen sich Frauen heute?

Diesen und weiteren Fragen widmen sich die Autorin Charlotte Buchholz und Selena Bakalios vom Stadttheater Naumburg in ihrer gemeinsamen Lesung. Bakalios liest ausgewählte Texte der Schriftstellerin Louise von Francois (1817 in Herzberg geboren und 1893 in Weißenfels gestorben), Buchholz stellt dem heutige Frauengestalten aus ihren Werken gegenüber.

Die in Sprache, Stil und Inhalt verschiedenen Erzählweisen von Louise von Francois und der Magdeburger Autorin werden in den sehr unterschiedlichen Texten deutlich, stehen für veränderte und sich weiter verändernde Lebenswirklichkeiten von Frauen und werfen Fragen auf:

Welche Geschichten haben Frauen im 19. Jahrhundert erzählt und damit, wie Louise von Francois, den Nerv ihrer Zeit getroffen?
Welche Geschichten erzählen Frauen im 21. Jahrhundert?
Lösen Gendersternchen/Gendersprech Probleme im Leben heutiger Frauen?
Ist ‚frau‘ heute am Ziel – gesellschaftlich und literarisch?

Louise von Francois – gelesen von Selena Bakalios – erzählt vom Ringen der Frauen ihrer Zeit um einen Platz in der Gesellschaft. Die Kurzgeschichten von Charlotte Buchholz werden bevölkert von Emanzipierten neben solchen, die immer noch oder wieder traditionelle Rollen einnehmen oder dabei sind, sich zu ‚häuten‘.

Am Beispiel vier sehr verschiedener Frauenfiguren aus dem 2021 neu aufgelegten Roman „JANS BLINKENDE WELT. Auf der anderen Seite“ erleben die Zuhörer*innen Frauen in unterschiedlichen Rollen.

Zum Erzählten und Gelesenen möchten die Autorin und die Schauspielerin mit den Besucher*innen ins Gespräch kommen.

Eine Veranstaltung im Rahmen der 30. Literaturtage Sachsen-Anhalt 2021.

Veranstaltungsort(e)

  • Fürstenhaus
    06667 Weißenfels
    Leipziger Straße 9

Preisinformation

Eintritt frei