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Hier schreibt der Oberbürgermeister

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen guten Start in ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2024. Ich wünsche uns allen beste Gesundheit, Zuversicht und Kraft. Vor allem aber wünsche ich uns sozialen Frieden, Zusammenhalt und einen wertschätzenden Umgang miteinander, damit wir die vor uns liegenden Aufgaben in Weißenfels gemeinsam meistern können.
Der Jahreswechsel ist für uns alle immer wieder ein guter Moment, um innezuhalten und zurückzublicken. Für mich und einige Kolleginnen und Kollegen war es aber auch eine aufreibende Zeit. Aufgrund des sehr hohen Wasserpegels der Saale fanden Ende Dezember 2023 täglich mehrere Kontrollfahrten der Feuerwehr statt und ich musste die Einsatzleitung „Hochwasser“ einberufen. Glücklicherweise ist die Stadt Weißenfels letztendlich aber von großflächigen Überschwemmungen und den damit verbundenen Beschädigungen verschont geblieben. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Weißenfels und der Stadtverwaltung für ihren Dienst bedanken. Auch allen Weißenfelserinnen und Weißenfelsern, die im Auftrag des Technischen Hilfswerkes und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft in den Hochwassergebieten im Burgenlandkreis im Einsatz waren, danke ich.
Von Tatendrang und Zuversicht sollen auch die kommenden Monate in Weißenfels geprägt sein. Denn wir investieren weiter in die Zukunft unserer Saalestadt. Ein Schwerpunkt sind dabei wie  bereits in den Vorjahren unsere Kitas und Schulen. Der Neubau der Kita Uichteritz soll im Mai fertiggestellt werden. In Wengelsdorf ist ebenfalls ein Neubau der Kita geplant, für den im August der Bauantrag eingereicht werden soll. Die Kita Burgwerben erhält einen Anbau und ein neues Dach. Die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres 2024 beginnen. Auch in den Kitas „Anne Frank“, „Knirpsenland“ und „Strohbär“ sind in diesem Jahr Investitionen vorgesehen. Die Grundschule Großkorbetha erhält einen zweistöckigen Verbindungsbau zwischen Schulgebäude und Turnhalle,  wodurch zusätzliche Klassenräume geschaffen werden. Für den Neubau der Grundschule Uichteritz und für die Kombination aus Neubau und Bestandssanierung der Grundschule Langendorf werden in diesem Jahr die Planungen abgeschlossen. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt werden die Feuerwehrhäuser in unseren Ortschaften sein. Die Wehren in Langendorf, Großkorbetha und Leißling erhalten Absauganlagen in den Fahrzeughallen. In Markwerben werden Container für die Sanitäreinheiten errichtet. In Tagewerben wird das Feuerwehrgerätehaus umgebaut und die  Fahrzeughalle wird dank eines Anbaus erweitert. Auch die Feuerwehr Reichardtswerben erhält für die Fahrzeughalle einen Anbau. Zudem wird vor Ort das Dorfgemeinschaftshaus in diesem Jahr  saniert und umgebaut, sodass zusätzliche Räume für die Kameradinnen und Kameraden geschaffen werden. Das Feuerwehrhaus in Burgwerben erhält ein neues Dach und im Sanitärtrakt erfolgt ein Umbau. Insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro werden wir in diesem und im kommenden Jahr für unsere Feuerwehren aufbringen müssen. Für uns als Kommune stellt das eine enorme finanzielle Belastung dar, denn Fördermittelprogramme für derartige Investitionen gibt es derzeit nicht. Die Stadt Weißenfels muss diese Aufwendungen komplett aus Eigenmitteln stemmen. Ich fordere deshalb die Landesregierung auf, Investitionen in die Feuerwehren zeitnah zu stärken und uns bei diesen dringend notwendigen Baumaßnahmen zu unterstützen. Auch im Tiefbau steht in diesem Jahr ein sehr wichtiges Vorhaben auf dem Plan. Wir beginnen mit der Sanierung der gründerzeitlichen Straßenzüge in der Neustadt. Als Pilotprojekt hierfür dient der grundhafte Ausbau  der Weinbergstraße. Der Baubeginn ist im April geplant. In den kommenden zehn Jahren sollen dann weitere Straßensanierungen in Weißenfels’ größtem Stadtviertel folgen. Vor Ort sollen Stellplätze für ein geordnetes Parken entstehen. Grünflächen sollen einerseits das Stadtklima verbessern und andererseits das Areal optisch gliedern und damit zur Aufwertung des Stadtbildes beitragen. Das Quartier wird auf diese Weise aufgewertet und wir erhoffen uns, dass die Hauseigentümer nachziehen. Es wäre eine enorme Qualitätssteigerung für die Stadt Weißenfels, wenn die vielen Gründerzeithäuser in der Neustadt nach Jahren der Vernachlässigung aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken und wieder in ihrer einstigen Schönheit erstrahlen  würden.
Von den Potentialen unserer Saalestadt werde ich in den kommenden Tagen auch vor internationalem Publikum berichten. Ich wurde vom US-Außenministerium als Teil einer internationalen  Delegation zur US-Bürgermeisterkonferenz nach Washington D.C. eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung werde ich einen Vortrag zum Thema „Den sozialen Zusammenhalt stützen und die Demokratie in Städten inmitten globaler Krisen stärken“ halten. Dabei werde ich auf die Herausforderungen eingehen, welche die Stadt Weißenfels zu bewältigen hat. Auch die gesellschaftliche Prägung der Bürgerinnen und Bürger der Saalestadt wird Thema sein. Die Kosten für die Reise trägt das U.S. Department of State.
Der Kontakt zu den US-Amerikanern kam bei einem Treffen  des Strong-Cities-Netzwerkes im vergangenen Jahr zustande. Damals hatte ich im Roten Rathaus in Berlin einen Vortrag vor Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus aller Herren Länder gehalten. Über die Einladung zur Bürgermeisterkonferenz in Washington freu ich mich wirklich sehr. Es ist eine sehr gute Möglichkeit, um für unsere Stadt auf unterschiedlichen Ebenen zu werben und Vernetzung zu suchen.
Neben der Teilnahme an der Konferenz sind vor Ort weitere Termine geplant. So werde ich unter anderem beim Treffen des Strong-Cities-Netzwerkes dabei sein. Auch  Gespräche zu potentiellen Wirtschaftsansiedlungen sind geplant. Zudem werde ich in Washington D.C. einen weiteren Vortrag halten, in dem es um die Weißenfelser Amtskette aus dem  Jahr 1935 geht. Ebendiese wurde von einem Soldaten der 69. US-Infanteriedivision nach der Befreiung der Stadt Weißenfels im April 1945 aus dem Rathaus entwendet, weil inmitten der drei Wappen das Hakenkreuz prangte. Mehr als 45 Jahre befand sich die Kette in den USA. Nach der politischen Wende im Jahr 1989 überreichte ein Erbe des Soldaten die Amtskette dem damaligen Weißenfelser Superintendenten der evangelischen Kirche Ulrich Immelmann. Das Hakenkreuz wurde verplombt. Die Kette wird seither als mahnendes Symbol der dunklen Geschichte Deutschlands zu bestimmten repräsentativen Veranstaltungen getragen. Erstmals legte sie nach der Wiedervereinigung Bürgermeister Martin Neumann an. Ich halte es für wichtig, dass Bürgermeister vermittelnde Verantwortung in alle Himmelsrichtungen tragen und friedenspolitische Ausrichtung als einzige Option immer wieder zur Sprache kommt. Für eine Kommunikation dieser Grundwerte ist die Kette ein wichtiger Aufhänger – nie wieder Krieg! Von meinen Erlebnissen und Eindrücken in den USA werde ich im kommenden Amtsblatt berichten.


Bis dahin seien Sie herzlich gegrüßt.
Ihr Martin Papke
Oberbürgermeister der Stadt Weißenfels

(geschrieben am 15. Januar 2024)