Weißenfels und Komárno feiern 20 Jahre Städtepartnerschaft

Das Jahr 2016 steht in Weißenfels ganz im Zeichen der Städtepartnerschaft mit Komárno. Die freundschaftlichen Bande zu der slowakischen Stadt wurden am 26. April 1996 mit einer Partnerschaftsurkunde besiegelt. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums planen beide Städte unterschiedliche Aktionen, Veranstaltungen und gegenseitige Besuche. So werden die Weißenfelser beispielsweise zu den Komárnoer Festtagen vom 28. April bis 1. Mail 2016 in der slowakischen Partnerstadt verweilen und in diesem Zusammenhang die Ausstellung „Weißenfels: damals-heute“ eröffnen. Auch eine Eintragung ins Ehrenbuch der Stadt Komárno und die Teilnahme am Stadtlauf sind geplant.  Der Gegenbesuch findet zum Weißenfelser Schlossfest Ende August 2016 statt. Für den großen Festumzug am Sonntag, 28. August, haben die Komárnoer schon ihre Teilnahme zugesagt.

Einen wesentlichen Anteil an der Entstehung der Städtepartnerschaft trugen der Langendorfer Volkschor und der damalige Czemadok-Chor (heute Chor Concordia). Schon viele Jahre bevor ein offizieller Partnerschaftsvertrag unterschrieben wurde, tauschten sich die Chöre aus und besuchten sich gegenseitig zu Konzerten. So verweilten 1987 erstmals Gäste aus Komárno anlässlich eines Chorkonzertes in Weißenfels. 1988 folgte der Gegenbesuch in der Slowakei. 1994 fand anlässlich der zehnten Heinrich-Schütz-Musiktage ein gemeinsames Chorkonzert in der Marienkirche statt. Das war das indirekte Startsignal zur Erstellung eines Partnerschaftsvertrages.

Da der Austausch der Chöre derzeit nicht mehr intensiv ist, soll das Jubiläum als Anlass genommen werden, um die Kontakte wieder aufzufrischen. Sowohl in Komárno als auch in Weißenfels sind mittlerweile neue Generationen an Sängerinnen und Sängern aktiv. Für ein erstes Kennenlernen veranstaltet die Stadt am 2. Oktober 2016 einen Chor-Workshop, zu dem Weißenfelser Chöre und der Chor Concordia eingeladen sind. Die Veranstaltung wird am 3. Oktober mit einem gemeinsamen Konzert des „Twin-City-Choir“ im Weißenfelser Kulturhaus gekrönt. „Mit dem Projekt ist die Hoffnung verbunden, dass wieder intensive freundschaftliche Verbindungen entstehen und in Zukunft ein regelmäßiger Austausch zustande kommt. Die Städtepartnerschaft zu Komárno soll stärker von den Bürgerinnen und Bürgern getragen werden“, sagt Oberbürgermeister Robby Risch.

Aktuell lebt die Partnerschaft vor allem durch Besuche von Mitgliedern des Stadtrates und Vereinen zu den Komárnoer Festtagen und zum Weißenfelser Schlossfest. Unter anderem waren im Jahr 2012 Handwerker und Händler aus Komárno zu Besuch beim Weißenfelser Schlossfest, um ihre Waren zu präsentieren. Im Jahr darauf beteiligten sich die Weißenfelser am Winzerfest in Komárno. „Wer einmal zu Besuch bei unseren Partnern in Komarno war, vergisst nicht die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, mit der man dort aufgenommen und umsorgt wird“, schwärmt Risch.

Neben den politischen Kontakten ist im Bereich Jugend, Schule und Sport eine besonders enge Zusammenarbeit entstanden. Bereits drei Jugendcamps mit Kindern aus Komárno und Weißenfels haben die beiden Städte ausgerichtet. Natürlich darf auch im Jubiläumsjahr ein Jugendcamp nicht fehlen. Vom 18. bis 25. Juli 2016 werden jeweils zehn Jugendliche aus Weißenfels und Komárno an dem Programm teilnehmen. Geplant sind unter anderem eine Schlauchboot-Tour auf der Saale, ein Besuch im Belantis Freizeitpark und ein Ausflug nach Berlin.

Die partnerschaftlichen Aktivitäten erstrecken sich zudem auf kultureller und sozialer Ebene. Ein Zeugnis davon war unter anderem die gemeinsame Ausstellung „Auf dem Weg der samtenen Revolution – die Slowakei nach 1989“ anlässlich des 15-jährigen Partnerschaftsjubiläums. Außerdem präsentierten die Slowaken im November vergangenen Jahres in der Sparkasse Burgenlandkreis eine Ausstellung zur Alten Festung Komárnos. Dieser folgt nun die Gegenausstellung „Weißenfels: damals-heute“, die Oberbürgermeister Risch am 29. April 2016 in Komárno eröffnen wird.

Liebhabern von slowakischen und ungarischen Speisen, hochwertigen Weinen und temperamentvoller Volkskunst ist ein Besuch der Stadt an der Donau nur zu empfehlen.

© Katharina Vokoun E-Mail

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