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Chor-Treffen im Zeichen der Städtepartnerschaft

Städtepartner-Chor

Gemeinsam singen, lachen und einfach eine schöne Zeit verbringen – 110 Sängerinnen und Sänger aus den Partnerstädten Komárno und Weißenfels haben sich am Wochenende zu einem Chor-Workshop in der Saalestadt getroffen. Anlässlich des 20-jährigen Partnerschaftsjubiläums präsentierten sie die Ergebnisse der Proben am 3. Oktober 2016 bei einem Chor-Konzert im Kulturhaus Weißenfels. Dabei traten die Akteure als großer Städtepartner-Chor auf die Bühne. Eine echte Premiere! Bisher hatte es zwar gemeinsame Konzerte von Komárnoern und Weißenfelsern aber keinen gemeinsamen Gesang gegeben. Mit Solo-Auftritten begeisterten zudem der renommierte Chor Concordia und der Volkschor Langendorf die gut 150 Besucher.

„Das Treffen der Chöre ist genau die Art von Städtepartnerschaft, die wir uns wünschen“, sagte Oberbürgermeister Robby Risch in seinem Grußwort während des Konzertes. Von dem partnerschaftlichen Austausch sollten die Bürgerinnen und Bürger profitieren. Risch ging in seiner Rede auch auf den Tag der Deutschen Einheit ein. Das interkulturelle Konzert sei in diesem Zusammenhang ein schönes Symbol; ein Zeichen des Miteinanders unter europäischem Dach.

Der Chor Concordia aus Komárno war nach 1987, 1994 und 1998 zum vierten Mal in Weißenfels zu Gast. Sieben der 35 Sängerinnen und Sänger waren bereits beim ersten Treffen mit dabei. Auch einige Weißenfelser konnten sich noch an die gegenseitigen Besuche erinnern, die damals auch auf politischer Ebene Kontakte hervorbrachten, welche 1996 in der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde gipfelten. Der Chor Concordia, in dem auch Komárnos Oberbürgermeister László Stubendek singt, genießt weltweit ein hohes Ansehen. So konnten die Sängerinnen und Sänger unter andrem in New York, Wien und bei einer Papst-Audienz in Rom ihr Können zeigen. „In diese Liste reiht sich Weißenfels gern ein“, sagte Stadtratsvorsitzender Jörg Freiwald, der die Moderation des Konzertes übernahm.

Die Leitung des Chores hat seit 36 Jahren István Stubendek inne. Er freute sich besonders über einen Gast im Publikum – Weißenfels‘ Ehrenbürgerin Erdmuthe Müller. Die ehemalige Leiterin des Volkschores Langendorf und er haben Ende der 80er Jahre die ersten Treffen der Chöre in die Wege geleitet und dadurch eine enge Freundschaft aufgebaut. Als Überraschung für Erdmuthe Müller stimmte er mit dem Städtepartner-Chor deren Lied „Weißenfels am Saalebogen“ an.

Der Chor Concordia präsentierte den Weißenfelser Besucherinnen und Besuchern Stücke von Georg Friedrich Händel und József Karai. Für tosenden Applaus sorgten die Sängerinnen und Sänger mit Eric Whitacres „Lux aurumque“. Mit leisen und doch sehr eindringlichen Stimmen schufen sie in dem großen Konzertsaal eine fast schon sakrale Stimmung.

Das Programm des Städtepartner-Chores spiegelte den internationalen Charakter der Veranstaltung wider. Unter der Leitung von Istvan Stubendek und des Leipzigers Marcus Herlt stimmten sie unter anderem Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“, Marc-Antoine Charpentiers „Let’s joyfully raise our voices“ und Lajos Bárdos „Régi Táncdal“ an.

Den Konzertteil des Volkschors Langendorf widmeten die Sängerinnen und Sänger ihrem kürzlich verstorbenen Chorleiter Berthold Schöps. In einer emotionalen Rede erinnerte Heiner Iseler an seinen Freund. Während des Auftritts übernahm Hiltrud Wude aus Kitzen die Leitung des Chores, der unter anderem die Stücke „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi und „Lenzwinde wispern“ von Julia Nyberg präsentierte.

Auch abseits des Proberaums und des Konzertsaals verbrachten die Weißenfelser und Komárnoer an dem Wochenende Zeit zusammen. 18 slowakische Sängerinnen und Sänger waren in Gastfamilien untergebracht. Zudem standen eine Nachtwächterführung, ein Besuch in der Marienkirche sowie gemeinsame Essen im Schumanns Garten, im Gasthof Stadt Weißenfels und im Kloster St. Claren auf dem Programm. Mit spontanen Gesangseinlagen zeigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch dort, dass sich beim gemeinsamen Singen ganz automatisch Grenzen überwinden lassen.

© Katharina Vokoun E-Mail

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