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Eiserne Zeiten im Museum Schloss Neu-Augustusburg

Hohe Kunst des Eisengießens sind die filigranen Schmuckstücke aus den Jahren 1813 bis 1850, die Museumsleiter Martin Schmager und Kulturamtsleiter Robert Brückner betrachten.

„In eiserner Zeit – 1813 bis 1914“ heißt die neue Sonderausstellung des Weißenfelser Museums Schloss Neu-Augustusburg, die am Sonntag, 22. Februar, um 10 Uhr eröffnet wird.

Gold, Kupfer, Messing oder Nickel geben und Eisen bekommen – so lautete die Abmachung im Jahr 1813, als die Deutschen im Befreiungskrieg gegen Napoleon ins Feld zogen. Wer selbst nicht an der Front kämpfte, erbrachte andere Opfer, um sein Vaterland zu unterstützen. Das erhaltene Eisen wurde zu Ketten, Armbändern, Ohrringen, Broschen, ja sogar zu Eheringen verarbeitet. „Und das mit einer Detailgenauigkeit, wie sie ein Eisengießer heutzutage nicht mehr erzeugen kann. Das Wissen um die Techniken sind über die Jahre verloren gegangen“, sagt Museumsmitarbeiterin Angela Sengewald.

Die Schmuckstücke wurden zum Zeichen des patriotischen Widerstandes und ermöglichten es ihren Trägern diese Gesinnung effektvoll nach außen zu zeigen. Einen zweiten Aufschwung erlebte die Volksbewegung im Ersten Weltkrieg. Nicht umsonst wurden verdiente Soldaten mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. In der Heimat schmückten Eisenplaketten mit Bildern von Schlachten und Militärs die Wohnzimmervitrinen.  „Die Plaketten zeugten vom nationalen Denken der Besitzer“, erklärt Museumsleiter Martin Schmager. Erstaunlich sei deren Vielfalt: „Unsere Sammlung ist wie ein Propaganda-Bilderbuch des Ersten Weltkrieges.“

In der neuen Sonderausstellung präsentiert das Museum eine Auswahl des Eisenschmucks und der Plaketten. Insgesamt sind 100 Exponate ausgestellt. Darunter auch Nagelbilder, Werbeplakate und ein Album mit Vivatbändern. Die kunstvoll gestalteten Bänder waren 1914 ein begehrtes Sammelobjekt und wurden zu festlichen Anlässen am Revers der Jacke getragen, um die politische Einstellung kundzutun. Mit mehr als 1.000 Stück besitzt das Weißenfelser Museum die größte Vivatbänder-Sammlung der Welt.

Bei der Ausstellungseröffnung werden am Sonntag auch Vertreter der Partnerstadt Kornwestheim dabei sein. Dort war die gemeinsam vorbereitete Schau im Vorjahr unter dem Namen „Gold gab ich für Eisen“ im Kleihues-Bau zu sehen. Die Sonderausstellung „In eiserner Zeit – 1813 bis 1914“ ist bis zum 3. Mai täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr, ab April von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 2,50 Euro (ermäßigt 1,50 Euro).

© Katharina Vokoun E-Mail

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