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Datum: 03.02.2026

Neues historisches Kleinod im Weißenfelser Schütz-Haus

Eine Ausgabe der „Frauenzimmer-Gesprechspiele“ gehört ab sofort zum Inventar des Heinrich-Schütz-Hauses. Den 1644 gedruckten Band erwarb der Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz“ e.V. mit Hilfe einer Spende der Fielmann Group AG. Der kostbare Erstdruck wurde am 30. Januar 2026 durch den Weißenfelser Filialleiter Mario Winter und Constanze Köster, der Zuständigen für Museumsförderung bei der Fielmann-Stiftung, an die Vorsitzende des Musikvereins Heidi Föhre und den Leiter des Heinrich-Schütz-Hauses Dr. Maik Richter übergeben.

Aufmerksam wurde Dr. Maik Richter auf die von Georg Philipp Harsdörffer und Sigmund Theophil Staden verfassten Bücher durch seine Recherchen für die Sonderausstellung „Die Musen sind weiblich: Frauen der Frühen Neuzeit in Musik, Literatur und bildender Kunst“. Bereits im Jahr 2025 konnte der Förderverein des Heinrich-Schütz-Hauses dank der Unterstützung durch die Fielmann Group AG die Zweitausgabe des zweiten Bandes der Reihe „Frauenzimmer-Gesprechspiele“ erwerben. „Von den acht Bänden haben wir in Weißenfels nun schon zwei“, sagte der promovierte Musikwissenschaftler bei der Übergabe im Heinrich-Schütz-Haus. „Die Frauenausstellung hier im Haus war bisher leider objektfrei. Nach der Wiedereröffnung haben wir authentische Kleinode, die die Präsentation bereichern.“

Die von 1644 bis 1657 erschienenen Bände sind in einem guten Zustand. Laut Dr. Maik Richter sind kaum Restaurierungen nötig. Die nicht mal 90 Millimeter hohen Bücher im handlichen Taschenformat dienten in erster Linie der Unterhaltung von Frauen des Adels und des gehobenen Bürgertums. Sie enthalten zumeist Rätsel, philosophische Dialoge, Auszüge aus bekannten literarischen Werken der damaligen Zeit sowie Abschnitte zu Edelsteinkunde, Musik, Münzen, Medaillen oder zur Geschichte. Kurzum alles, was die Herausgeber als wesentlich für eine umfassende Bildung von Frauen erachteten, damit diese mit Männern auf Augenhöhe kommunizieren konnten.

Dr. Maik Richter bedankte sich zur Übergabe bei den Vertretern der Fielmann Group AG, Mario Winter und Constanze Köster: „Ohne diese Unterstützung wäre uns die Anschaffung dieser Ausgabe der Frauenzimmer-Gesprechspiele nicht möglich gewesen.“ Mit der Spende in vierstelliger Höhe machte der Brillen- und Hörgeräte-Anbieter den Erwerb erst möglich. Constanze Köster ermutigte Dr. Maik Richter, die Augen für die noch fehlenden sechs Bände offen zu halten. Sie und Mario Winter freuten sich sehr über die bisher erworbenen Kostbarkeiten und äußerten ihre Bereitschaft, auch in Zukunft den Förderverein des Weißenfelser Musikermuseums und den Leiter des Heinrich-Schütz-Hauses bei Anschaffungen von derartigen Objekten zu unterstützen.