Ausstellung »Dem eigenen Kompass folgen«: Finissage mit Lesung und Musik in Weißenfels
Die Ausstellung „Dem eigenen Kompass folgen – Künstlerinnen und ihre Wege“ im Kunstverein BRAND-SANIERUNG geht zu Ende. Für die Schau arbeiteten erstmals die Weißenfelser Künstlerin Christina Simon von der BRAND-SANIERUNG, die kommunale Gleichstellungsbeauftragte Katja Henze und der Leiter des Weißenfelser Heinrich-Schütz-Hauses Dr. Maik Richter zusammen. Zur Finissage sind Interessierte am 14. März 2026, um 15 Uhr in die Novalisstraße 13 eingeladen. Schauspielerin Elisabeth Richter-Kubbutat liest aus dem Buch „Gesichter einer Frau“ von der französischen Schriftstellerin Annie Ernaux, die im Jahr 2022 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Die gebürtige Weißenfelserin Nancy Laufer begleitet die Veranstaltung musikalisch auf dem Akkordeon. Im Anschluss ist die Schau letztmalig zu sehen. An der Finissage nimmt auch Kuratorin Silke Kreibich teil.
Die Ausstellung „Dem eigenen Kompass folgen“ widmet sich den Lebensgeschichten von zehn Künstlerinnen. Inspirationsquelle für die Schau ist Therese aus dem Winkel, die im Jahr 1779 in Weißenfels geboren wurde. Heute ist sie so gut wie unbekannt, obwohl sie zu Lebzeiten erfolgreich als Malerin, Musikerin und Schriftstellerin arbeitete. Aus ihrem recht umfangreich überlieferten Briefverkehr wird deutlich, was Künstlerinnen damals und heute eint: Die Entscheidung, ihren künstlerischen Überzeugungen treu zu bleiben, auch wenn gesellschaftliche, politische oder persönliche Umstände ihnen Steine in den Weg legen. Die Ausstellung „Dem eigenen Kompass folgen“ spannt den Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Hintergrund:
Die Autorin Annie Ernaux hat sich aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet. In einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg musste sie ihren Weg finden und erlitt schwere Schicksalsschläge. Dennoch gab sie nie auf.
Elisabeth Richter-Kubbutat ist in Leipzig aufgewachsen und studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Nach ihrem ersten Engagement am Meininger Theater ging sie nach Berlin und spielte am Deutschen Theater, Maxim-Gorki-Theater und Berliner Ensemble. Sie arbeitete für Film und Fernsehen, war Mitbegründerin des Hackeschen Hoftheaters und wirkte mit an Uraufführungen experimenteller Theaterprojekte junger Künstler. Im Jahr 1995 begann sie mit der Erarbeitung szenischer Lesungen. Seitdem entstand ein umfangreiches Repertoire aus klassischer und zeitgenössischer internationaler Literatur. Ihre Lesereisen führen sie quer durch Deutschland. Seit 2007 entstanden zahlreiche Hörbuchaufnahmen. Neben ihrer künstlerischen Arbeit unterrichtet sie auf den Gebieten Atem/Stimme/Text und Schauspiel.
Nancy Laufer wurde in Weißenfels geboren und erhielt ihre musikalische Ausbildung bei Prof. Claudia Buder in Weimar sowie bei Prof. Stefan Hussong in Würzburg. Zusätzliche Studien führten sie nach Florenz, wo sie bei Prof. Ivano Battiston Unterricht erhielt. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Neue Musik und Improvisation. Mit besonderer Vorliebe verbindet Nancy Laufer musikalische mit literarischen, künstlerischen und darstellerischen Inhalten. Sie spielt solistische und kammermusikalische Konzerte im In- und Ausland und unterrichtet in Berlin, wo sie auch lebt.