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Datum: 02.04.2026

Schuhmuseum Weißenfels bei Merseburger Podiumsdiskussion

Isabell Radecke-Aurin, Kuratorin des Schuhmuseums, nimmt am 11. April 2026, um 12:30 Uhr an einer Podiumsdiskussion im Rahmen der diesjährigen DEFA- Filmtage im Merseburger Domstadtkino teil. Das Gespräch dreht sich um den Film „Stolz und Eigensinn“.

„Stolz und Eigensinn“ (englischer Titel „Pride & Attitude“) basiert auf einem Archivfund. Der Leipziger „Kanal X“, der einzige Piratensender der DDR, bewahrte U-Matic-Bänder aus den frühen 1990er-Jahren auf. Darauf sprechen Industriearbeiterinnen aus den einstigen Großbetrieben der DDR über den Verlust ihrer mühsam erkämpften Souveränität infolge von Realabbau und Entlassungen. Die Aufnahmen zeigen auch ihren Arbeitsalltag in Fabriken und Braunkohle-Zechen, die inzwischen verschwundenen sind. Über dreißig Jahre später spürte Regisseur Gerd Kroske diese Frauen wieder auf und montiert die Archiv-Funde mit aktuellen Gesprächen. Dabei geht es um Arbeitsmöglichkeiten und Frauenfragen: Wie können Frauen arbeiten, am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sich selbst verwirklichen?

Gerd Kroske porträtiert dabei auch Steffi Gänkler aus Weißenfels, die Anfang der 1990er Jahre direkt den Niedergang der Schuhindustrie miterlebte. Er drehte für den Film in der Ausstellung und den Depots des Weißenfelser Schuhmuseums.

Die Merseburger DEFA-Filmtage sind eine jährliche Veranstaltung, die dem Erbe der DEFA-Filme und ihrer Bedeutung in der deutschen Kulturgeschichte gewidmet ist. Die Veranstaltung zieht nicht nur Film- und Geschichtsinteressierte an, sondern auch Fachleute aus verschiedenen Bereichen der Kulturwissenschaften, die die Wirkung und Relevanz der DEFA-Produktionen in der heutigen Zeit reflektieren.

Die Podiumsdiskussion findet im Anschluss an den gezeigten Film statt. Das „Domstadtkino Merseburg“ befindet sich in der König-Heinrich-Straße 7.