Dem eigenen Kompass folgen
Die Ausstellung „Dem eigenen Kompass folgen – Künstlerinnen und ihre Wege“ ist noch bis zum 14. März 2026 im Kunstverein BRAND-SANIERUNG in der Novalisstraße 13 zu sehen. Für die Schau arbeiten erstmals die Weißenfelser Künstlerin Christina Simon von der BRAND-SANIERUNG, die kommunale Gleichstellungsbeauftragte Katja Henze und der Leiter des Weißenfelser Heinrich-Schütz-Hauses Dr. Maik Richter zusammen. Der Katalog zur Ausstellung ist ab sofort für zehn Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-95420-073-3). Vorgestellt wurde er erstmals im Rahmen des musikalischen Jahresauftaktes im Heinrich-Schütz-Haus am 31. Januar 2026.
Auf 44 Seiten erhalten Leserinnen und Leser einen Überblick über die ausgestellten Werke und Lebensgeschichten von zehn Künstlerinnen. Enthalten ist auch ein Text über Therese aus dem Winkel, die im Jahr 1779 in Weißenfels geboren wurde und als Inspirationsquelle für die Kunstausstellung diente. Heute ist sie so gut wie unbekannt, obwohl sie zu Lebzeiten erfolgreich als Malerin, Musikerin und Schriftstellerin arbeitete. Genauso wie die Ausstellung spannt auch der Katalog den Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Denn alle Künstlerinnen eint die Entscheidung, ihren künstlerischen Überzeugungen treu zu bleiben, auch wenn gesellschaftliche, politische oder persönliche Umstände ihnen Steine in den Weg legen.
Katja Henze und Dr. Maik Richter steuerten jeweils einen Artikel zum Ausstellungskatalog bei. Die Gleichstellungsbeauftragte schreibt über Sichtbarkeit von Frauen in der Kunst. So sei es kein Zufall, dass Künstlerinnen in der Ausstellung im Mittelpunkt stehen, sondern eine sowohl bewusste als auch gleichstellungspolitische Entscheidung. „Nur wer sichtbar ist, wird gesehen. Das beschreibt eine Haltung: Wenn die Geschichten und Leistungen von Frauen künftig selbstverständlich zum kulturellen Gedächtnis gehören sollen, müssen wir heute dafür sorgen, dass sie nicht übersehen werden. Sichtbarkeit bedeutet Anerkennung – uns sie ist ein Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit“, schreibt Katja Henze. Zustimmung hierfür erhält sie von Dr. Maik Richter, der in seinem Artikel schreibt: „Weibliche Kunstschaffende sind Jahrhunderte lang als Randphänomene betrachtet worden, weil Überlieferungen zu ihrem Schaffen nur spärlich sind, weil ihre Werke selbst oftmals Männer zugeschrieben wurden oder weil schlichtweg kein Interesse an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit selbstständig agierenden Frauen bestand.“ Anhand verschiedener Genres benennt er wichtige Künstlerinnen des 17., 18. und 19. Jahrhunderts aus Weißenfels und Umgebung.
Die Ausstellung „Dem eigenen Kompass folgen – Künstlerinnen und ihre Wege“ kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden ( kontakt@brand-sanierung.de , 01784473097). Die letzten regulären Führungen durch die Schau finden am 28. Februar und am 1. März 2026 statt. Die Finissage ist am 14. März 2026, um 15 Uhr.