Vergangenheit bewahren, Zukunft gestalten
Susanne Maluck ist seit 1. Juli 2025 die neue Denkmalpflegerin der Stadt Weißenfels. Die gebürtige Hallenserin hat sich in den ersten Monaten im neuen Job mit ihren Aufgaben innerhalb der Unteren Denkmalschutzbehörde und mit den baulichen Schätzen der Saalestadt vertraut gemacht. Dabei war sie sowohl in der Altstadt als auch in den angrenzenden Stadtvierteln und Ortschaften viel zu Fuß unterwegs, um sich mit offenen Augen und großem Interesse einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Schnell war für sie klar: Hier fühle ich mich wohl. Das passt beruflich und menschlich.
Die 43-Jährige studierte Architektur in Leipzig. Nach dem erfolgreichen Studienabschluss sammelte sie in einem Hallenser Projektsteuerungsbüro erste Erfahrungen im Umgang mit denkmalgeschützten Objekten, unter anderem beim Luthersterbehaus in Eisleben. Im Jahr 2014 zog es sie beruflich bedingt mit ihrem Ehemann nach Nordrhein-Westfalen. In der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Dortmund betreute sie die Außenbezirke, die mit ihren Fachwerkhäusern und zahlreichen Kirchen stark dörflich geprägt sind.
Der Umzug in den Westen war für Susanne Maluck eine große Umstellung, vor allem wegen der vielen Menschen. Spätestens mit der Geburt ihrer Zwillinge wuchs der Wunsch, in die Heimat zurückzukehren. Als sie von der ausgeschriebenen Stelle in Weißenfels erfuhr, musste sie nicht lange überlegen. Schließlich ist Weißenfels eine gewachsene Stadt mit interessanter Historie und charakterstarken Denkmälern.
Beruflich verantwortet Susanne Maluck in Weißenfels eine beeindruckende Bandbreite an Projekten. Diese reicht vom Umbau des Schlosses Neu-Augustusburg über die Einbindung des Kloster St. Clarens in einen neuen Bildungscampus bis hin zum Bibliotheksneubau, der Heinrich-Schütz-Haus-Erweiterung und der Sanierung des Glorias. Ihre Aufgabe ist es, bei allen städtischen Bauvorhaben die Anforderungen des Denkmalschutzgesetzes zu wahren – sachlich, unabhängig und ohne subjektive Schönheitsurteile. Gleichzeitig vermittelt sie zwischen Investoren, Eigentümern und Behörden und sorgt dafür, dass historische Substanz und moderne Nutzung im Einklang stehen können.
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Dimension ihrer Arbeit: Etwa 1.500 Denkmäler zählt Weißenfels – nahezu so viele wie die Großstadt Dortmund, wo Susanne Maluck zusammen mit neun Kolleginnen und Kollegen tätig war. In Weißenfels jedoch stemmt sie diese Aufgabe allein – eine Herausforderung, die sie mit Leidenschaft und Organisationstalent annimmt.
Auch privat hat sie sich in Weißenfels fest verankert. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat sie ein Haus aus den 1930er Jahren erworben, das derzeit liebevoll saniert wird. Im Sommer sollen Ehemann und Kinder nachkommen – passend zu einer neuen Lebensphase, in der Beruf und ein vertrautes Heimatgefühl wieder eins werden.